Angeklagter soll bei Versicherungen abkassiert haben – er beteuert seine Unschuld.

Düsseldorf. Wenn Privatdetektiv Georgios M. (Name geändert) zu seinem nächsten Fall unterwegs ist, kommt er nicht immer rechtzeitig an. Innerhalb von sechs Jahren war der 51-Jährige in mindestens 22 Unfälle verwickelt – und angeblich jedes Mal unschuldig. Die Staatsanwaltschaft glaubt nicht an eine so große Pechsträhne und hält den Mann für einen Betrüger. Das soll Georgios M. seit Montag vor dem Amtsgericht anhand von sieben Unfällen nachgewiesen werden, die der private Ermittler angeblich absichtlich verursacht hat, um Geld von den Versicherungen zu kassieren.

Überprüft haben die Fahnder Kollisionen zwischen Januar 2008 bis zum April 2014, die alle eins gemeinsam hatten: Immer war Georgios M. beteiligt. Mal soll der Privatdetektiv ohne Grund eine Vollbremsung gemacht haben. Mal soll er links an einem Fahrzeug vorbeigefahren sein, dessen Fahrer gerade nach in eine Parklücke steuern wollte. In einem Fall soll der 51-Jährige einfach ungebremst weitergefahren sein, obwohl er das Hindernis schon aus 40 Metern Entfernung hätte sehen müssen.

Angeklagter fährt angeblich 100.000 Kilometer im Jahr

Georgios M. gab sich alle Mühe, die rätselhafte Crash-Serie zu erklären: „Als Privatdetektiv fahre ich rund 100 000 Kilometer im Jahr. Mit vier verschiedenen Fahrzeugen.“ Nach den Unfällen hat es eine ganze Reihe von Zivilprozessen gegeben. Die allerdings hat der 51-Jährige alle gewonnen. In mindestens drei Fällen seien auch Sachverständige beauftragt worden, die seine Unschuld bestätigten.

Inzwischen hat der Privat-Detektiv in seine Fahrzeuge Kameras eingebaut, die reagieren, wenn es zu „schweren Erschütterungen“ kommt. Die allerdings funktionieren offenbar nicht immer, wenn es mal wieder gekracht hat. Am kommenden Montag wird der Prozess mit weiteren Zeugenaussagen fortgesetzt.

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