Karneval: Die Aufnahme von Lothar Hörning in den Prinzenclub ist in Gefahr. Er soll es mit dem „Bier-Zoll“ zu ernst genommen haben.

Düsseldorf. Eigentlich ist die Aufnahme in den Prinzenclub eine reine Formsache - wenn die Majestät sich nicht einen ganz dicken Bock geleistet hat. Das hat Lothar Hörning nicht. Im Gegenteil, der Präsident der KG Regenbogen legte eine prima Session hin und machte seine Sache gut. Trotzdem rumort es hinter den närrischen Kulissen.

"Ich persönlich fand den Prinzen gut. Trotzdem haben einige gemeckert", erklärte Rüdiger Dohmann, Vize-Präsident des Prinzenclubs. Stein des Anstoßes: Der "Bierdurst" des Prinzen. Denn es ist seit vielen Jahren üblich, dass Karnevalisten, die den Prinzenorden bereits bekommen haben, 111 Liter als Narrenzoll bezahlen müssen, wenn sie die höchste Auszeichnung der Majestät während der Session vergessen. Dohmann: "Lothar hat sehr darauf geachtet. Das hat einigen nicht gefallen."

16 Narren wurden vom Prinzen ohne Orden erwischt

Tatsächlich war die Ausbeute beim "Bier-Zoll" beträchtlich: "Ich glaube, es waren insgesamt 16 Personen. Sechs davon haben schon bezahlt." Das wären insgesamt 1776 Liter Altbier. Hörning: "Schützenoberst Günther Pannenbecker war gleich zweimal dabei, aber auch Ex-Prinz Peter Sökefeld oder Marianne Kock von Schlösser."

Dabei habe er aber durchaus Verständnis gehabt, wenn jemand gerade von der Arbeit gekommen sei: "Ich habe auch nie hinterhertelefoniert. Wer das Bier bezahlt, tut es freiwillig. Da würde ich niemals Druck auf jemand ausüben."

Und natürlich trinkt Lothar das Alt auch nicht allein. Es geht jeweils zur Hälfte an die Kasinos der beiden Prinzengarden Blau-Weiss und Rot-Weiss, die sich schon auf feucht-fröhliche Feste freuen dürfen.

Den aktuellen Prinzenorden zu erhalten, gilt als die höchste Ehre im Düsseldorfer Karneval. Darum sollte er auch bis Aschermittwoch bei Veranstaltungen getragen werden. Erwischt der Prinz einen Ordensträger ohne Orden, gilt es als Ehrensache, dafür eine Strafe von 111 Litern Bier zu zahlen.

Günther Pannenbecker trägt sein Missgeschick mit Fassung: "Ich komme selbst von den Schützen und da haben wir unsere Regularien. Da muss ich das auch im Karneval akzeptieren. Ich habe einmal bei einer Veranstaltung direkt im Mittelgang gesessen, als das Prinzenpaar hereinkam." Er habe das Ganze als Spaß empfunden und den beiden Garden gern einen Gutschein über 111 Liter Füchschen gegeben: "Schließlich haben wir Schützen Humor."

Auch Jürgen Rieck, der Geschäftsführer des Carnevals Comitees, hat kein Verständnis für die kritischen Stimmen: "Lothar hat das ja nicht erfunden. Und auch andere Prinzen vor ihm haben das schon so gemacht, wenn auch vielleicht nicht so konsequent." Das sei ein Spaß und der gehöre eben in den Karneval.

Entstanden sei die Idee mit dem "Bier-Zoll" bereits vor etwa 25 Jahren. "Damals war Günther Pagalies noch Prinzenführer und es wurde oft abends noch im Hilton gefeiert. Zunächst ging es um einzelne Flaschen." Mit der Zeit seien daraus schließlich die 111 Liter Bier geworden, die vergessliche Ordens-Besitzer spenden müssen.

Dohmann hofft nicht, dass der noch amtierende Prinz bei der Abstimmung im Mai wirklich durchfällt: "Vieles ist ja nach ein paar Wochen auch wieder vergessen. Gerade im Karneval. Ich glaube aber nicht, dass es im Prinzenclub eine Mehrheit gibt, die dagegen ist, ihn aufzunehmen. Das fände ich Lothar gegenüber auch sehr unfair."

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