Das Pretty Vacant macht Ende Januar dicht. Es war einer der wenigen alternativen Clubs in der Altstadt.

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Das „Pretty Vacant“ feierte erst im Dezember sein Siebenjähriges.

Das „Pretty Vacant“ feierte erst im Dezember sein Siebenjähriges.

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Das „Pretty Vacant“ feierte erst im Dezember sein Siebenjähriges.

Düsseldorf. Alex Brassel hat genug. Er kann nicht mehr. Und vor allem will er nicht mehr. Nach sieben Jahren ist Ende des Monats Schluss für das „Pretty Vacant“ in der Mertensgasse. Am 31. Januar öffnet der Club für Indie, Alternativ und Elektromusik zum letzten Mal seine Pforten.

„Das liegt nicht unbedingt an den Zahlen“, sagt der Inhaber. Irgendwie reiche es noch, um über die Runden zu kommen. „Aber ich bin zu müde, um weiter zu kämpfen“, erklärt Brassel, der vielsagend „persönliche Gründe“ für seinen Rückzug nach sieben Jahren angibt.

Die Entwicklung beschränkt sich längst nicht mehr auf die „Bolker“

Diese Gründe lägen vor allem in der grundsätzlichen Ausrichtung der Altstadt in den vergangenen Jahren. Immer weniger alternative Clubs, immer mehr Massenläden, die besonders auf ebenso zahlungskräftige wie trinkfeste Junggesellenabschiede schielen. Als „massive Ballermann-Front“ bezeichnet Brassel die Übermacht eben dieser Clubs, die ein entsprechendes Publikum anziehen.

Während sich diese Entwicklung vormals auf die Bolker Straße beschränkte, entwickele sich nun auch die angrenzende Mertensgasse in diese Richtung. „Da reiht sich ein Abschussladen an den nächsten“, sagt Brassel, der sich nun auf seinen Livemusikclub „The Tube“ in der Kurze Straße beschränkt. „Dort sind wir mit Kürzer, Schaukel und Q-Stall in guter Gesellschaft.“

Zumindest vorerst bleibt der alternative Charakter in der Mertensgasse 8 erhalten.
Dort übernehmen die Macher der Paderborner Szene-Disco „Cube“. Laut Alex Brassel werde es zwar programmatische Änderungen geben, „aber für all jene, die nicht auf der Mainstream-Welle mitschwimmen“, biete es weiterhin ein Argument für den Altstadtbesuch.

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