Premium sollte das Bierfest in der Arena werden. Ohne jede Werbung wurde es zum Riesen-Flop. Händler müssen jede Menge draufzahlen.

Biertrinker gelten als gesellige Zeitgenossen. Wie hier am Samstagnachmittag blieben sie in der Arena allerdings meist einsam.
Biertrinker gelten als gesellige Zeitgenossen. Wie hier am Samstagnachmittag blieben sie in der Arena allerdings meist einsam.

Biertrinker gelten als gesellige Zeitgenossen. Wie hier am Samstagnachmittag blieben sie in der Arena allerdings meist einsam.

Niklas Feldmann, Dominik Stelzer und Marcel Penz (v.l. ) feierten ihre eigene Party. Das Beste: Niemand musste sich an den Bierständen lange anstellen.

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Biertrinker gelten als gesellige Zeitgenossen. Wie hier am Samstagnachmittag blieben sie in der Arena allerdings meist einsam.

Düsseldorf. Es sollte eine tolle Party werden, doch das „Premium Bierfest“ in der Arena wurde zum Flop des Jahres. Kaum Besucher und die Händler klagen über hohe Verluste. Selbst vor der Arena, wo die Besucher aus der Straßenbahn ausstiegen - Hinweisschilder Fehlanzeige. „Hier soll doch irgendwo ein Bierfest sein, aber wo müssen wir denn hin?“, fragten Herbert und Karin Hensel vorbeikommende Passanten. Die kamen vom Flohmarkt auf Parkplatz eins, doch niemand konnte helfen.

Nach dem Motto „Wir haben so viel Bier zu verkaufen, aber wir verraten keinem, wo wir das tun“, fand in der Arena am Wochenende das erste „Premium Bier Fest“ statt. Nur leider fast ohne Besucher, denn da es so gut wie keine Werbung für die Party gab, war die riesige Arena fast menschenleer. Dabei sprach Veranstalter Düsseldorf Congress am Sonntagabend noch von 4500 Besuchern. Wo die allerdings hergekommen sind, das ist die große Frage. Denn der Sicherheitsmitarbeiter hatte am Sonntag um 15.45 Uhr lediglich 448 Besucher auf seinem Zählgerät notiert. Aber da waren 234 auch schon wieder gegangen.

Aussteller sind sauer, Gudrun Hock glaubt an das Konzept

Mitarbeiter der Bierstände sagten, dass es am Samstag noch leerer war. Gudrun Hock, eine von drei Geschäftsführern der Düsseldorf Congress GmbH, blieb angesichts des Fiaskos erstaunlich entspannt: „Wir wollten ein neues Konzept testen und sind der Meinung, dass es funktioniert. Wir haben mit der Messe Pro Wein genauso angefangen und nun ist sie ein Renner. Die Werbung ist angesichts der großen Veranstaltungen von AC/DC und Paul McCartney im Vorfeld etwas untergegangen. Darüber müssen wir mit der Marketing-Abteilung sprechen.“

Die Aussteller sehen das naturgemäß anders und schimpfen. „Es kann doch nicht sein, dass für eine Veranstaltung, die zum ersten Mal über die Bühne geht, so gut wie keine Werbung gemacht wird“, sagt Stefan Korte von der Detmolder Brauerei. Ein anderer Aussteller, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, meint: „Wenn ich Auf- und Abbau- sowie Personalkosten mit einrechne, habe ich am Wochenende ein Minus von fast 6000 Euro gemacht.“

Insgesamt gab es zwölf Imbissstände und 14 Biergärten in der Arena. Da kann man sich leicht ausrechnen, dass das Minus am Wochenende wahrscheinlich im sechsstelligen Bereich liegt, inklusive der Kosten für das Bühnenprogramm. Comedian Markus Krebs, der am Samstag für eine Kochshow engagiert war, meinte leicht süffisant: „Es war schon übersichtlich in der Arena, aber ich habe jeden Besucher persönlich kennengelernt.“

„Unprofessionell“ nennt Günter Karen-Jungen, der für die Grünen im Aufsichtsrat der Düsseldorf Congress GmbH sitzt, dass im Vorfeld keinerlei Werbung für das Bierfest gemacht wurde: „Uns wurde das Konzept vorgestellt, um in die Arena eine lebendigere Struktur reinzubringen.“ Bei der nächsten Aufsichtsratssitzung am Mittwoch müsse darüber geredet werden. Seine Kollegion Monika Lehmhaus (FDP) war an zwei Tagen vor Ort: „Ich kann mir vorstellen, dass wir es mit dem Bierfest noch einmal probieren.“

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