Ex-Sparkassenvorstand Karlheinz Stiegemann bekommt eine Bonus-Zahlung. Über die Höhe wird noch gestritten.

Ex-Sparkassenvorstand Karlheinz Stiegemann bekommt im Nachhinein eine „erfolgsabhängige Vergütung“.
Ex-Sparkassenvorstand Karlheinz Stiegemann bekommt im Nachhinein eine „erfolgsabhängige Vergütung“.

Ex-Sparkassenvorstand Karlheinz Stiegemann bekommt im Nachhinein eine „erfolgsabhängige Vergütung“.

Paul Esser

Ex-Sparkassenvorstand Karlheinz Stiegemann bekommt im Nachhinein eine „erfolgsabhängige Vergütung“.

Düsseldorf. Im Jahr 2007 soll Franjo Pooth mit seiner Firma Maxfield längst pleite gewesen sein. Trotzdem soll der damalige Sparkassenvorstand Karlheinz Stiegemann veranlasst haben, dass die Firma den Kreditrahmen um 900.000 Euro überziehen durfte. Das führte nicht nur zu seiner fristlosen Entlassung.

Da Stiegemann von Pooth eine TV-Anlage im Wert von 8.800 Euro und ein goldenes Feuerzeug angenommen haben soll, steht ihm ein Strafverfahren bevor. Trotzdem will er jetzt für das Jahr 2007 noch Bonus-Zahlungen von der Sparkasse einklagen. Einen Teilerfolg hat der Ex-Sparkassenvorstand schon erreicht.

Gestritten wird nur noch um die Höhe der Vergütung

Denn am Freitag ging es vor dem Zivilgericht nur noch um die Höhe der "erfolgsabhängigen Vergütung", wie es in der Fachsprache heißt. Stiegemann, der selbst nicht zu dem Termin erschien, fordert von seinem ehemaligen Arbeitgeber 105.000 Euro.

Die Sparkasse will aber nur eine Summe von 20.000 Euro zahlen. Sie hat den Betrag auch bereits mit einem Kredit verrechnet, den der ehemalige Sparkassen-Chef noch abzahlen muss. Danach ist noch eine Restsumme von 75.000 Euro übrig.

Umstritten ist, wie die Bonus-Zahlung berechnet wird. So soll es Anfang 2008 eine interne Berechnung gegeben haben, nach der die Sparkasse einen Gewinn von 96 Millionen Euro erzielt haben soll. Zwei Monate später soll der Betrag auf 74,1 Millionen Euro korrigiert worden sein. Daraus ergibt sich auch die unterschiedliche Berechnung für die Erfolgsprämie.

Der ehemalige Generalbevollmächtigte der Sparkasse, Christoph Flohr, hat seinen Prozess gewonnen. Ihm steht nun bis zum 65. Lebensjahr ein monatliches Ruhegeld von 11.000 Euro zu.

Zusammen mit Karlheinz Stiegemann war auch Sparkassen-Chef Heinz-Martin Humme wegen der Pooth-Affäre entlassen worden. Er will die Sparkasse nun ebenfalls verklagen.

Peinlich: Die Sparkasse hatte die Prämie an die zwei anderen Vorstände nach der Rechnung von Stiegemann bereits ausgezahlt. Das sei ein Fehler der Personalabteilung gewesen, räumte die Rechtsanwältin der Sparkasse ein und erklärte, das Geld sei inzwischen zurückgezahlt worden. Eine Entscheidung will das Zivilgericht am 6. November bekannt geben.

Vermutlich noch in diesem Jahr wird Stiegemann persönlich vor Gericht erscheinen müssen. Denn die Staatsanwaltschaft hat gegen ihn Anklage wegen Untreue und Vorteilsnahme erhoben. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mitteilte, soll es in den nächsten Monaten einen Verhandlungstermin geben.

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