Die knickbaren Straßenpoller haben sich bewährt, die Stadt will nachlegen. Aber: Die Variante mit Schild ist problematisch.

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Will mehr: Andreas Hartnigk (CDU) am Knick-Poller an der Ackerstraße.

Will mehr: Andreas Hartnigk (CDU) am Knick-Poller an der Ackerstraße.

Will mehr: Andreas Hartnigk (CDU) am Knick-Poller an der Ackerstraße.

Düsseldorf. Man muss den Führerschein nicht im Lotto gewonnen haben: Schnell kann es passieren, dass Autofahrer beim Einparken einen der mehreren tausend Straßenpoller übersehen, die in Düsseldorf herumstehen. Das weiß auch die Stadt aus leidvoller Erfahrung. Rund 150 000 Euro gibt sie jedes Jahr aus, um demolierte Straßenschilder und Poller wieder herzurichten. Deshalb testet das Amt für Verkehrsmanagement seit zwei Jahren eine neue Variante: knickbare Poller aus einem neuen Spezialkunststoff.

Ab dem fünften Unfall rechnet sich die teurere Plastik-Variante

Die Bilanz von Amtsleiterin Andrea Blome fällt gemischt aus. Bewährt habe sich der klassische Begrenzungspoller, wie er testweise vor dem Haus Ackerstraße168 steht. "Beim Einparken fahren die Autos langsam. Deshalb sind weder an den Autos noch am Poller Schäden entstanden", sagt sie.

In Kürze werde es einen Abschlussbericht geben. So viel ist jetzt schon klar: Der rot-weiß gestreifte "Pole Cone" wird auch anderswo zum Einsatz kommen.

Durchgefallen sind die Knick-Schilder: Die blauen Verkehrszeichen auf den Mittelinseln werden zu oft umgefahren, die Verankerung herausgerissen. An drei Stellen wurden sie getestet: Rennbahnstraße, Hammer Dorfstraße, Abfahrt Münchener Straße in Benrath. Ernüchterndes Ergebnis: "Die Schilder mussten mehrfach ersetzt werden", sagt Blome.

CDU-Verkehrsexperte Andreas Hartnigk will sich damit nicht abfinden. Er findet das Knick-Schild "eine pfiffige Idee" und will den Einsatz forcieren. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Autos ständig so schnell über die Mittelinsel brettern, dass sie die Schilder abreißen. Die haben doch einen Bordstein. Das will ich genauer wissen." In Köln hat man die Probleme nicht: "Bei uns haben sich die Knick-Schilder bewährt", so Klaus Harzendorf vom Amt für Verkehrstechnik. Seit einer Testphase komme das Steh-auf-Plastik "an bestimmten Stellen" immer wieder gezielt zum Einsatz - "überall dort, wo sie besonders oft umgefahren werden". Hintergrund: Ab dem fünften Unfall rechnet sich der Knick - normale Pfosten kosten 30 Euro, die aus Plastik 150 Euro.

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