Zum dritten Mal hat Peter Lohmann (50) den Extremwettkampf in Hawaii mitgemacht. Er wurde Zwölfter, rutschte auf Platz 19 der Weltrangliste.

Peter Lohmann jagt in Düsseldorf Temposünder – in Hawaii war er jetzt zum dritten Mal auf Medaillenjagd. Sein bisher härtester Wettkampf.
Peter Lohmann jagt in Düsseldorf Temposünder – in Hawaii war er jetzt zum dritten Mal auf Medaillenjagd. Sein bisher härtester Wettkampf.

Peter Lohmann jagt in Düsseldorf Temposünder – in Hawaii war er jetzt zum dritten Mal auf Medaillenjagd. Sein bisher härtester Wettkampf.

Melanie Zanin

Peter Lohmann jagt in Düsseldorf Temposünder – in Hawaii war er jetzt zum dritten Mal auf Medaillenjagd. Sein bisher härtester Wettkampf.

Düsseldorf. Fünf Jahre ist es jetzt her, dass der Düsseldorfer Polizist Peter Lohmann vom Ironman in Hawaii zurückkehrte und sagte, so etwas mache man doch nur einmal im Leben. Jetzt ist er gerade wieder aus Hawaii zurück. Er ist dort 3,86 Kilometer durch den Pazifischen Ozean geschwommen, 180 Kilometer geradelt und 42,2 Kilometer gelaufen – das alles in zehn Stunden und neun Minuten. Damit wurde er in seiner Altersklasse Zwölfter aus mehreren hundert Teilnehmern und katapultierte sich auf Platz 19 der Weltrangliste (aus 13 000 Sportlern in seiner Altersklasse). Der Mann ist jetzt 50 Jahre alt. Und schmiedet schon wieder eiserne Pläne.

Der 10. Oktober wird für immer in Peter Lohmanns Gedächtnis eingebrannt sein. Um 6.10 Uhr geht die Sonne über Hawaii auf – um 6.30 Uhr klettert die Temperatur bereits über 40 Grad. Die Wellen des Pazifischen Ozeans schlagen hoch an diesem Morgen, als die Athleten ins Wasser gehen – „einen Meter vor und zwei zurück“, beschreibt der Polizist das Gefühl am Wendepunkt. Als er es endlich geschafft hat, rennt er zu seinem Fahrrad. „Der Boden war schon so aufgeheizt, dass ich Brandblasen unter den Fußsohlen hatte.“

Er fährt trotzdem los. Und überholt bei Kilometer 110 einen Niederländer, mit dem er seine Unterkunft teilt – der Mann ist 15 Jahre jünger als er. Momente, die Lohmann Kraft geben. Dennoch übersteht er die letzten fünf Kilometer beim Laufen mit Gegenwind nur noch in Quasi-Meditation: „Man geht in sich, schaut tief in sich hinein, reflektiert“, beschreibt er das Gefühl. „Es war der härteste Wettkampf, den ich je gemacht habe.“

Bis in den Abend bejubeln die Athleten jene, die noch einlaufen

Und das waren ja allein in diesem Jahr schon ein paar. Deutscher Meister ist er immerhin geworden, bei der Europameisterschaft Dritter. Doch die Erinnerung an den Zieleinlauf in Hawaii ist eine Besondere für ihn. Zumal er sportlich sehr zufrieden mit sich war. „Deshalb bin ich auch zum ersten Mal zur Finisher-Party gegangen.“ Da jubeln die, die es schon hinter sich haben, jenen zu, die länger brauchen – 17 Stunden haben die Eisenmänner Zeit. Der Letzte, ein 75 Jahre alter Japaner, kam genau vor Ablauf dieser Zeit ins Ziel. „Da war Party!“, berichtet Lohmann. „Ich habe mir nach langer Abstinenz mal ein Bierchen gegönnt. Das tat gut.“

Und jetzt? „Ich werde nun erst einmal keine längeren Distanzen mehr machen. Das habe ich meiner alten Dame versprochen.“ Peter Lohmann lacht. Die erste Sorge seiner Mutter beim Telefonat nach dem Zieleinlauf sei gewesen, ob er auch wirklich zufrieden sei. Ein bisschen Besessenheit wurde dem Verkehrspolizisten schon mal unterstellt, seit er 2009 wegen eines Engpasses im Triathlon-Team des Düsseldorfer Präsidiums einsprang und seiner Frau Birgit sagte, er werde jetzt Extremsportler.

Der Ironman ist Hauptkommissar bei der Düsseldorfer Polizei, verheiratet und hat zwei Kinder. Beim Ironman in Hawaii hat er jetzt zum dritten Mal teilgenommen: 2010 wurde er Neunter seiner Altersklasse, 2013 kam er auf Platz 14, diesmal war er Zwölfter.

Der Wettkampf in Hawaii ist der älteste Triathlon über die lange Distanz (3,86 km Schwimmen, 180 km Radfahren, 42,2 km Laufen), ins Leben gerufen 1978. Zigtausende Extremsportler versuchen sich bei Ironmans in der ganzen Welt für die 2000 Startplätze zu qualifizieren.

Sie sagte scherzhaft, das sei schon okay – solange sie dann mal nach Hawaii könnte. Ein Jahr später war sie zum ersten Mal mit Peter Lohmann dort, 2013 wieder. Inzwischen hat sie die Insel vermutlich über. Und tatsächlich schaltet der Polizist einen Gang runter: „Seit dem Wettkampf war ich dreimal Schwimmen und einmal mit einem Kumpel laufen.“

Aber: Sein Sohn habe jetzt Blut geleckt. Und der Gedanke, irgendwann mit ihm zusammen wieder auf Hawaii anzutreten . . . „da bekomme ich Gänsehaut“, gibt Lohmann zu.

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