Die Protestbewegung "Critical Mass" setzt sich in Düsseldorf für bessere Bedingungen für Radfahrer ein. Jetzt wurde Polizeipräsident Norbert Wesseler zum Mitfahren eingeladen.

Interview
Düsseldorfs Polizeipräsident Norbert Wesseler. Archivfoto

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Sergej Lepke

Düsseldorfs Polizeipräsident Norbert Wesseler. Archivfoto

Düsseldorf. Wenn Sie an einem zweiten Freitag des Monats mit dem Auto schon einmal hinter einem Pulk von Radfahrern hergeschlichen sind, die sich möglichst breit auf der Fahrbahn machen und durch rote Ampeln nicht beeindrucken lassen, haben Sie eine Demonstration gesehen. „Critical Mass“ nennt sich die weltweite anarchistische Bewegung, die sich für die Rechte der Radfahrer einsetzt. Dabei werden Behinderungen anderer Verkehrsteilnehmer ebenso hingenommen wie Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung. Das führt immer wieder zu Konflikten mit der Polizei. Die wollten die Anarcho-Radler nun auf besondere Art und Weise lösen. Sie haben Polizeipräsident Norbert Wesseler zu einer Tour eingeladen. Aber der will nicht.

Günther A. Classen hatte dem Polizei-Chef geschrieben. Ganz privat. Denn zu den Grundsätzen von Critical Mass gehört, dass sich es sich um ein spontanes Treffen ohne Organisatoren handelt. Das sei schon aus Haftungsgründen wichtig, falls zu Unfällen kommen sollte, so Classen. Er ist enttäuscht, dass Wesseler zwar überzeugter Radler ist, aber die Einladung ablehnt.

Die Polizei hat allerdings eine klare Haltung zu Critical Mass. „Das ist eine Veranstaltung, die angemeldet werden muss, wie jede andere Versammlung auch“, erklärt Polizeisprecherin Susanna Heusgen. Doch obwohl die Demo an jedem zweiten Freitag am Fürstenplatz einen festen Treffpunkt hat, verweigern sich die Radler. Sie wollen an dem anarchistischen Charakter der Veranstaltung festhalten. So wird es wohl auch in Zukunft Bußgelder geben, wenn auf dem Südring weiter große Kreuzungen bei Rotlicht passiert werden. si

© WhatsBroadcast

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