Politik wollte das Werk retten, nun wurde es aber von Unbekannten zerstört.

Vom Naegeli-Graffito ist nicht mehr viel übrig.
Vom Naegeli-Graffito ist nicht mehr viel übrig.

Vom Naegeli-Graffito ist nicht mehr viel übrig.

Melanie Zanin

Vom Naegeli-Graffito ist nicht mehr viel übrig.

Düsseldorf. Am 29. Juni 2014 wird ein älterer Herr dabei beobachtet, wie er morgens um 8.45 Uhr am Alten Hafen ein Graffito sprüht. Der Zeuge ruft die Polizei, die den Sprayer auf die Altstadtwache mitnimmt. Er zahlt einen Geldbetrag und darf wieder gehen. Die Sprühdose wird beschlagnahmt.

Soweit die Angaben der Polizei. Nach Informationen der WZ handelt es sich bei dem „älteren Herrn“ um Harald Naegeli, einen der ersten und berühmtesten Graffiti-Künstler weltweit. Er selbst bekennt sich nicht zu seinen Werken und hat das illegale Sprayen anscheinend auch mit 75 Jahren noch nicht aufgegeben. Das freut SPD, Grüne und FDP, die sich erst vor wenigen Tagen dafür ausgesprochen haben, jenes Bild am Rheinufer zu konservieren, dessen Entstehung im Sommer 2014 die Polizei auf den Plan gerufen hatte.

Jetzt allerdings sieht es so aus, als ob der Vorstoß nicht überall Freunde gefunden hat, denn Naegelis Graffito wurde zerstört. Die Mauer am Rheinufer, welche sich im Besitz der Stadt befindet, zeigt deutliche Spuren eines Reinigungsversuchs.

Aktion eines anderen Künstlers gilt als unwahrscheinlich

Dass diese Aktion eine fiese Botschaft anderer Streetart-Künstler sein könnte, etwa aus Neid oder Profilierungssucht, kann nicht ausgeschlossen werden, gilt jedoch als unwahrscheinlich. Kenner der Szene glauben vielmehr, dass hier jemand zugeschlagen hat, der zwischen Graffiti und Kunst nicht unterscheiden mag und dem es nicht passt, dass die Politik Streetart neuerdings schützt.

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