Seit 1. Mai läuft Pilot-Projekt mit 50 Körperkameras: Sie sollen Angreifer abschrecken und Beweismaterial liefern.

Seit 1. Mai läuft Pilot-Projekt mit 50 Körperkameras: Sie sollen Angreifer abschrecken und Beweismaterial liefern.
Eine Polizistin führte ihre an der Brusttasche steckende Kamera an der Bolker Straße vor.

Eine Polizistin führte ihre an der Brusttasche steckende Kamera an der Bolker Straße vor.

Sergej Lepke

Eine Polizistin führte ihre an der Brusttasche steckende Kamera an der Bolker Straße vor.

Düsseldorf. Seit knapp zwei Wochen testet die Polizeiwache in der Altstadt den Einsatz von 50 Bodycams. Und die ersten Erfahrungen mit den an der Uniform befestigten Körperkameras sind gut, sagte Polizeipräsident Norbert Wesseler am Freitag beim Ortstermin am Bolker Stern: „Unsere Beamte nehmen diese neue Technik prima an und die Bilder sind von erstaunlich hoher Qualität.“

Die Technik soll auf Randalierer wie ein Spiegel wirken

Wie berichtet, nimmt die Düsseldorfer Polizei als eine von vier Behörden in NRW an dem Pilotprojekt teil. Die Kameras sollen vor allem zwei Zwecken dienen: Auf Randalierer abschreckend wirken und so Angriffe auf Polizisten reduzieren. Und, falls es dennoch zu Übergriffen gegen die Polizisten kommt, möglichst gut verwertbares Beweismaterial für das folgende Gerichtsverfahren liefern. Wesseler: „Oft steht da ja Aussage gegen Aussage, wir glauben, dass die Bilder der Kameras zu Verurteilungen von Angreifern führen können.“

Kameras dürfen nur bei Gefahr im Verzug laufen

Zwei Polizistinnen, die die Bodycams bereits „tragen“, mussten sie noch nicht im Ernstfall anschalten, glauben aber an ihre Wirkung: „Sie wirken für Randalierer wie ein Spiegel, da sehen sie ihre hässliche Fratze der Gewalt und beruhigen sich oft“, sagt eine.

Natürlich darf die Polizei die Cams nur unter strengen Auflagen (§15c Polizeigesetz NRW) einsetzen: Insbesondere muss sehr offensichtlich eine konkrete Gefahr für Leib oder Leben von Polizisten oder Dritten bestehen. Eine laufende Kamera ist den betroffenen Personen zudem stets mitzuteilen. Eingesetzt werden die Bodycams nicht nur in der Altstadt, sondern auch bei Fällen von häuslicher Gewalt, wo es regelmäßig zu Angriffen auf die Streifenteams kommt.

Klar sein muss und ist den Polizisten, dass auch ihr eigenes Verhalten im Konfliktfall aufgezeichnet wird. Wesseler stellt vorsichtshalber klar, er sei überzeugt, dass sich die Kollegen stets rechtmäßig verhielten. Wie genau die Kamera nun auf tatsächliche oder potenzielle Angreifer wirkt, wird mit wissenschaftlicher Begleitung ausgewertet. „Dass sie deren Verhalten beeinflusst, das haben wir in den ersten Tagen schon festgestellt“, sagt Thorsten Fleiß, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Mitte, ohne Details nennen zu wollen oder zu können.

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