Er war der erste deutsche Polizist, der die Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem in Uniform betreten durfte.

Er war der erste deutsche Polizist, der die Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem in Uniform betreten durfte.
Der Düsseldorfer Polizist Klaus Dönecke.

Der Düsseldorfer Polizist Klaus Dönecke.

Schaller

Der Düsseldorfer Polizist Klaus Dönecke.

Düsseldorf. Als „historisches Gewissen der Düsseldorfer Polizei“ bezeichnete ihn diese Zeitung einmal. Nachdem der Düsseldorfer Schutzpolizist Klaus Dönecke in den 90er Jahren im Polizeipräsidium am Jürgensplatz auf Einsatzakten aus der Nazizeit gestoßen war, ließ ihn die Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels nicht mehr los.

Gemeinsam mit Ehrenbürger Aloys Odenthal, der die Stadt 1945 als Widerstandskämpfer den Amerikanern übergeben hatte (Aktion Rheinland), baute er die Dauerausstellung „Transparenz und Schatten“ auf. Den Bericht des Polizisten Paul Salitter über einen Transport jüdischer Mitbürger in die Vernichtungslager in Osteuropa übergab Dönecke 2008 an die Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Dönecke und seine Kollegen waren damals die ersten deutschen Polizisten, die diesen Ort in Uniform besuchen durften.

Szentei-Heise: „Klaus Dönecke hinterlässt eine unendliche Lücke“

Für seine Forschungsarbeit wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz, dem Verdienstorden des Landes NRW und im vergangenen Jahr mit der Josef-Neuberger-Medaille der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf ausgezeichnet.

Anfang des Jahres erst war Dönecke in Pension gegangenen, am Dienstag starb er mit 62 Jahren völlig überraschend nach einem Routineeingriff im Krankenhaus.

Besonders erschüttert von dieser Nachricht ist Michael N. Szentei-Heise, Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde, der Dönecke sehr nahe stand. Wegen der Umbauarbeiten des Polizeipräsidiums war Dönecke mit seinem Verein „Geschichte am Jürgensplatz e. V.“ in ein Büro der Jüdischen Gemeinde umgezogen, die Dauerausstellung eingelagert worden. „Am Nachmittag nach der Operation rief er noch bei mir an, um ein paar organisatorische Fragen zu besprechen und um zu sagen, dass es ihm nach dem Eingriff gut ginge. Und jetzt die unfassbare Gewissheit, dass Klaus Dönecke nicht mehr bei uns ist.“

Weiter sagt Szentei-Heise: „Abgesehen davon, dass er zweifelsohne der Motor des Vereins war und dieser sich jetzt für seine wichtige Arbeit völlig neu aufstellen muss, hinterlässt Klaus für uns alle, die mit ihm gearbeitet haben, eine unendliche Lücke und schmerzhafte Traurigkeit.“

Ähnlich äußerte sich gestern Polizeipräsident Norbert Wesseler: „Mit Klaus Dönecke haben wir eine außergewöhnliche Persönlichkeit verloren, die die Düsseldorfer Polizei und deren Wahrnehmung in der Öffentlichkeit lange Zeit maßgeblich mit geprägt hat. Wir werden ihn sehr vermissen.“ ale

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