413450 Düsseldorfer können sich am 7. Juni zwischen 31 Parteien entscheiden.

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So viele Namen: Nadine Colgen, Mitarbeiterin des Wahlamtes, zeigt den längsten Stimmzettel aller Zeiten zur Europawahl am 7. Juni.

So viele Namen: Nadine Colgen, Mitarbeiterin des Wahlamtes, zeigt den längsten Stimmzettel aller Zeiten zur Europawahl am 7. Juni.

Jürgen Dehniger

So viele Namen: Nadine Colgen, Mitarbeiterin des Wahlamtes, zeigt den längsten Stimmzettel aller Zeiten zur Europawahl am 7. Juni.

Düsseldorf. 413 450 Wahlbenachrichtigungen verschickt die Post seit vergangenem Freitag zur Europawahl am 7. Juni. Abstimmen dürfen alle in Düsseldorf mit Hauptwohnsitz gemeldeten Deutschen ab 18 Jahren. Neben den etablierten Parteien kandidieren solch exotisch anmutende Gruppierungen wie "Die Piraten", "FBI" (Freie Bürger-Initiative) "Die Violetten", die eine spirituelle Politik propagieren, zwei Rentner-Parteien, "50plus", die Tierschützer oder Bibeltreue Christen. Und die Gruppe "Gerechtigkeit braucht Bürgerrechte" steht gar inklusive des klassischen Nach-der-Wahl-Slogans auf dem monströsen Stimmzettel: "Wir danken für Ihr Vertrauen!"

Nun, viel zu danken werden sie wohl alle nicht haben am 7. Juni. Spannender ist da die Frage, wie viele Düsseldorfer überhaupt zur Europawahl gehen. Bei deren Premiere 1979 betrug die Beteiligung noch fast 64 Prozent, 1989 waren es noch 59, 2004 aber nur noch 41,8 Prozent. Und diesmal droht das Unterschreiten der 40-Prozent-Marke.

Obacht: Elf Wahllokale haben den Standort gewechselt

Wahlamtsleiter Manfred Golschinski erläuterte am Montag die Formalia rund um die Wahl. 388 Wahllokale öffnen am 7. Juni von 8 bis 18 Uhr. Gegenüber dem letzten Urnengang, der Oberbürgermeister-Wahl im august 2008, haben sich elf Wahllokale verändert - sei es, weil eine Gaststätte zugemacht hat, weil es - im Falle von Raucherkneipen - Beschwerden gab oder weil ein Pfarrfest einen Gemeinderaum blockiert. "Deshalb sollte jeder Wähler genau auf seine Benachrichtigungskarte schauen, auf der sein Wahllokal steht", sagt Golschinski.

Weitere Neuerungen: Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes müssen die Zählgeräte in den 27 repräsentativen Wahlbezirken wegfallen. Briefwahlunterlagen werden im Wahlamt an der Brinckmannstraße erstmals auch Angehörigen von Antragsstellern ausgehändigt, wenn sie eine Vollmacht vorlegen. Apropos Briefwahl: Wer sie beantragt, muss dafür keinen Grund mehr angeben - überprüft wurden die vom Wahlamt ohnehin schon länger nicht mehr.

Wer einen Wahlschein beantragt, kann damit erstmals in jedes Düsseldorfer Wahllokal gehen. Das kann für gehbehinderte Wähler, deren eigentliches Wahllokal nicht barrierefrei ist, hilfreich sein genau so wie für Familien, die einen Sonntagsbesuch am anderen Ende der Stadt planen.

Im Gegensatz zur Kommunalwahl sind Düsseldorfer EU-Ausländer nicht automatisch wahlberechtigt, sondern nur auf Antrag. Es sei denn, sie haben sich bereits bei den Europawahlen 1999 oder 2004 ins Wählerverzeichnis eintragen lassen.

Das Wahlergebnis soll am 7. Juni um 19.15 Uhr vorliegen. Golschinski: "Wir wollen wieder unter die drei schnellsten Städte in NRW kommen."

Geöffnet ist das Wahlamt, Brinckmanstraße 5, Telefon 89-93368, ab sofort montags bis mittwochs 8-15.30, donnerstags 8-18 und freitags 8-12.30 Uhr.

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