Die große Tradition der Düsseldorfer Fotokunst hat mehr Professionalität verdient.

Kultur, Kunst, Bildgalerie, Galerie
Galeristin Clara Maria Sels hat das Photo Weekend bislang geleitet und organisiert.

Galeristin Clara Maria Sels hat das Photo Weekend bislang geleitet und organisiert.

Sergej Lepke

Galeristin Clara Maria Sels hat das Photo Weekend bislang geleitet und organisiert.

Düsseldorf. Einen würdigen und modernen Nachfolger sollte die Quadriennale bekommen. Das Kunstfestival war 2014 eingestellt worden, weil es nicht wurde, was es werden sollte: ein Aushängeschild der Kulturstadt Düsseldorf. Das versprach man sich stattdessen von einem Festival der Fotografie. Um es zu realisieren, so die Überlegung, sollte an das zu diesem Zeitpunkt bereits bestehende Düsseldorf Photo Weekend angedockt werden. Die Veranstaltung existiert seit 2012. Neuerdings gibt es sie sogar in zweifacher Ausführung. Festival-Niveau ist damit jedoch noch lange nicht erreicht. Im Gegenteil.

Im Hintergrund wird vielmehr kräftig darüber gestritten, wer künftig das Sagen hat: Alain Bieber, Direktor des NRW-Forums oder Galeristin Clara Maria Sels, die das Photo Weekend bislang geleitet und organisiert hatte. Weil sich die beiden nicht einig werden, gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal zwei Foto-Termine – Düsseldorf Photo (16. bis 25. Februar) und Düsseldorf Photo Weekend (16. bis 18. Februar).

Meinung
Foto: Melanie Zanin

Alain Bieber leitet das NRW-Forum und jetzt auch sein erstes Düsseldorf Photo vom 16. bis 25. Februar

Während Besucher es vermutlich nicht einmal bemerken, dass sie es bei ihren Ausflügen in die Galerien und Ausstellungshäuser mit zwei Veranstaltungen zu tun haben, was gut ist, nimmt das Karussell der Eitelkeiten erneut an Fahrt auf. So überlegt Alain Bieber anscheinend, Düsseldorf Photo auf Mai zu verlegen, um sich von der anderen Veranstaltung abzuheben. 100.000 Euro stehen ihm für eine bestmögliche Umsetzung von Düsseldorf Photo zur Verfügung, allein 60.000 für Marketing, Werbung und die Gestaltung der Webseite.

Im Hintergrund granteln jedoch Politiker, weil sie die Webseite für unübersichtlich halten und sie eine angemessene Eröffnung vermissen. Angeblich regt sich auch im Beirat von Düsseldorf Photo erster Unmut.

Mit Blick auf die große Tradition der Düsseldorfer Fotokunst, wäre es schön, wenn sich in Zukunft ein würdigerer Rahmen für die im Grunde gute Idee eines Foto-Festivals fände. Angesichts der unglücklichen Vorgeschichte ist es jedoch fraglich, ob die an diesem Wochenende startenden Foto-Termine dafür eine solide Grundlage bilden. Es sei denn die Protagonisten reißen sich zusammen und besinnen sich darauf, was ein solches Event braucht: Professionalität.

© WhatsBroadcast

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