Photo Weekend in Düsseldorf: Vier Tage lang dreht sich alles um die Fotografie – von den Klassikern bis zu den Jungstars.

Max Becher und seine Frau Andrea Robbins zeigen bei Parduhn Aufnahmen aus ihrer Serie „Black Cowboys“.
Max Becher und seine Frau Andrea Robbins zeigen bei Parduhn Aufnahmen aus ihrer Serie „Black Cowboys“.

Max Becher und seine Frau Andrea Robbins zeigen bei Parduhn Aufnahmen aus ihrer Serie „Black Cowboys“.

Max Becher und seine Frau Andrea Robbins zeigen bei Parduhn Aufnahmen aus ihrer Serie „Black Cowboys“.

Garry Winogrand zeigt im NRW-Forum schöne Frauen, lachend und quasselnd auf der Promenadenbank.

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Max Becher und seine Frau Andrea Robbins zeigen bei Parduhn Aufnahmen aus ihrer Serie „Black Cowboys“.

Düsseldorf. Das sechste Düsseldorfer Photo Weekend findet vom 3. bis zum 5. Februar statt, aber es gibt eine Preview am 2. Februar im NRW-Forum mit den Superstars der Straßenfotografie, mit Peter Lindbergh (der bei der Eröffnung dabei ist) und Garry Winogrand. Wem diese große, klassische Bildkunst nicht genügt, kann zum Auftakt auch das Fun-Archiv und die lebenden Hühner von Thomas Mailänder bewundern.

Am 3. Februar steht dann die übrige Kunstszene Kopf. Mehr als 70 Galerien, Museen, Institutionen und Off-Räume bitten zur Vernissage. Bis zum 5. Februar dauert das Foto-Wochenende. Es wird ehrenamtlich organisiert von der Galeristin Clara Maria Sels, die selbst mit Duane Michals einen Höhepunkt der Veranstaltung beisteuert.

Vera Drebuschs Teppich vom Panzerübungsplatz in Munster

Gleich an zwei Stellen sind Arbeiten der Kölner Künstlerin Vera Drebusch zu sehen, die erst kürzlich den Medienförderpreis des Landes erhalten hat. Sie überraschte im Vorjahr mit Wollteppichen, die Satellitenaufnahmen vom Panzerübungsplatz in Munster enthielten. Im Sommer vorigen Jahres setzte sie sich mit ihrem Verhältnis zu einem Kindheitsfreund auseinander, der in die rechte Szene abgedriftet war und zwei Mal im Gefängnis landete. Sie stellt im „Weltkunstzimmer“ und im Hotel Friends an der Worringer Straße 94 aus.

Erinnerung an den großen Porträtisten Lothar Wolleh

Ein Muss ist die Ausstellung von Lothar Wolleh (1930 bis 1979) bei Ruth Leuchter. Wolleh war der genialste Porträtfotograf der Kunstszene der 1960er und 1970er Jahre. Seine Fotos waren Totalaufnahmen, die die Bildhauer, Maler und Objektgestalter der Zeit nicht nur ablichteten, sondern interpretierten. Sein Sohn Oliver ordnete erst 30 Jahre nach dem Tod des Vaters dessen Archiv.

Das Enfant terrible Jonathan Meese arbeitet derzeit noch an seiner „Blitzphotoübermalerei“. Dabei kann es passieren, dass er selbst als Model dient und anschließend die Fotos mit einem Schwapp Acrylfarbe verfremdet.

Vernissage: NRW-Forum am 2. Februar ab 19 Uhr, Vernissage aller Teilnehmer einschließlich der Galerien 3. Februar, 18-21,, 4. Februar, 12-20, 5. Februar, 12 - 18 Uhr.

Programm: Galerie Clara Sels, Telefon 32 8020 duesseldorfphotoweekend.de

Die Filmwerkstatt ist ein genereller Tipp für Flaneure. Der Leiter Jan Wagner ist selbst Künstler. Er erinnert an die Fotografin Leonore Mau (1916-2013), die im Jahr 1969 mit dem Schriftsteller Hubert Fichte erstmals Brasilien bereiste und ethnographische Fotos machte, die später zu Fotofilmen verarbeitet wurden. Außer den Fotos und dem Fotofilm läuft auch ein Filmporträt über sie.

Gleich drei Becher-Schüler werden mit Ausstellungen bedacht

Die Becher-Schule lässt gleich an mehreren Stellen grüßen. Christian Konrad holt seine alten Fotos von 1991 bei Tedden aus den Schubladen. Die früh verstorbene Tata Ronkholz erinnert mit ihrer Fotoserie zum Rheinhafen Düsseldorf an eine Zeit, als dort noch die alten Werkshallen standen und vom Medienhafen keine Rede war. Laurenz Berges erzählt bei Kunst & Denker von der leeren Wand im Treppenhaus von Norbert Kricke, als dort eines seiner Bilder nach seinem Tode abgenommen wurde.

Max Becher und seine Frau Andrea Robbins trifft man in Kaiserswerth

Die Galerie Ute Parduhn in Kaiserswerth toppt dies mit dem Duo Max Becher und Andrea Robbins. Seit 25 Jahren recherchieren der Becher-Sohn und seine Frau die Auswirkungen von Kolonialismus und Migration, Tourismus und Massen-Kommunikation. Mit sozialkritischem Ansatz und den Mitteln der Dokumentarfotografie hinterfragen sie die Konventionen des Wilden Westens und der Hollywood-Kultur in der Serie „Black Cowboys. Während Hollywood den weißen Cowboy als Revolverhelden stilisierte, waren in der harten Arbeitswelt des 19. Jahrhunderts ein Drittel der „Kuhjungen“ schwarz. Diese schwarzen Cowboys waren von Rodeos ausgeschlossen, was zu einer eigenständigen schwarzen Rodeokultur führte, die sie in ihren Fotos zeigen.

Ein Freund der Bechers im Geiste ist der Fotograf und Sammler Wilhelm Schürmann, dessen Aufnahmen aus dem Kohlenpott im Malkasten zu sehen sind.

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