Sportwissenschaftlerin fühlte sich durch ein Telefon gestört. Im Waggon herrschten danach tumultartige Zustände.

Symbolbild.
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Düsseldorf. Überfüllt war der Regionalzug von Düsseldorf nach Köln. Plötzlich breitete sich ein ätzender Geruch aus, mehrere Fahrgäste bekamen Atembeschwerden. „Der ganze Waggon geriet in Aufruhr. Es war ein Tumult,“ erinnerte sich ein 42-jähriger PR-Journalist. Verantwortlich für das Durcheinander war eine 55-jährige Sportwissenschaftlerin. Die hatte eine andere Frau mit Pfefferspray angegriffen, weil sie sich durch ein Telefonat gestört fühlte. Dafür war die Angeklagte vom Amtsgericht zu einer Haftstrafe von acht Monaten verurteilt worden. Gestern wurde die Berufung vor dem Landgericht verhandelt.

Im oberen Teil eines Doppelstock-Waggons hatte die Sportwissenschaftlerin im Dezember vor zwei Jahren einen Sitzplatz gefunden. Im Gang daneben telefonierte eine 34-jährige Angestellte mit ihrem Handy. Sehr zum Ärger der Angeklagten. Die begann schließlich damit, laut aus einem Buch vorzulesen.

Angeklagte nimmt jetzt kein Pfefferspray mehr mit

Die 34-Jährige berichtete, sie habe der Frau gesagt, doch lieber mit dem Auto zu fahren, wenn sie sich gestört fühle. Das soll der Auslöser für die Pfefferspray-Attacke gewesen sein. Die 34-Jährige hatte danach zwei Tage Schmerzen.

Auch andere Fahrgästen fühlten sich nicht wohl. Vor allem, weil zunächst gar nicht klar war, um was für eine Chemikalie es sich handelt. Mehrere Zeugen verfolgten die 55-Jährige, bis sie von der Polizei festgenommen wurde.

Obwohl sie selbst Berufung eingelegt hatte, trug die Sportwissenschaftlerin nichts zur Aufklärung bei, sondern verweigerte die Aussage. Erst als sie das letzte Wort vor dem Urteil hatte, erklärte die Angeklagte, dass sie niemanden habe verletzen wollen: „Ich nehme seitdem kein Pfeffergas mehr mit.“

Weil sie in dem Zug viele Menschen mit ihrer Tat gefährdet hatte, hielt das Gericht die Strafe für angemessen. Darum wurde die Berufung abgelehnt.

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