Die Ampel beschließt einen einjährigen Probelauf. CDU und Linke verweisen dagegen auf negative Erfahrungen anderer Städte.

Der Pfandring soll Flaschensammlern – oft Obdachlose – ersparen, in den Mülleimern wühlen zu müssen.
Der Pfandring soll Flaschensammlern – oft Obdachlose – ersparen, in den Mülleimern wühlen zu müssen.

Der Pfandring soll Flaschensammlern – oft Obdachlose – ersparen, in den Mülleimern wühlen zu müssen.

dpa

Der Pfandring soll Flaschensammlern – oft Obdachlose – ersparen, in den Mülleimern wühlen zu müssen.

Düsseldorf soll nun auch Pfandringe an öffentlichen Mülleimern bekommen, damit Pfandflaschensammler nicht mehr im Müll wühlen müssen. Das Projekt soll zunächst ein Jahr lang in der Innenstadt zur Probe laufen. Die CDU stimmte im Umweltausschuss am Donnerstag gegen den Beschluss – nach einer hitzig geführte Debatte.

Mit ihren Stimmen kam die Ampel auf eine knappe Mehrheit. Folgendes Vorgehen ist geplant: Das Umweltamt soll sich in Köln informieren, wo Pfandringe bereits installiert sind und wo die Stadt ein wissenschaftliches Institut mit einer Evaluierung beauftragt hat.

Unter Berücksichtigung dieser Ergebnisse soll ein Konzept für Düsseldorf entworfen werden: begrenzt zunächst auf ein Jahr und auf die Bezirke 1, 2 und 3.

CDU fürchtet, dass die Falschen sich dann die Flaschen greifen

In der Diskussion äußerten vor allem CDU und Linke erhebliche Zweifel daran, dass man den Pfandsammlern überhaupt einen Gefallen tut. Wolfgang Schöll berichtete von Erfahrungen aus Städten wie Berlin und Frankfurt, wo junge Menschen sich die Pfandflaschen nehmen würden, weil es nun bequem sei. Obdachlose etwa hätten dann oft das Nachsehen.

Dem pflichtete Rüdiger Gutt (CDU) bei, auch er hatte von negativen Erfahrungen in anderen Städten gehört. Sein Fraktionskollege Hanno Bremer fand es „beschämend“, dass man den Pfandsammlern ihren mickrigen Erwerb streitig mache, was FDP-Mann Cord Schulz als „Populismus“ zurückwies. Sowohl CDU als auch Linke sprachen sich dafür aus, erst einmal den Bericht aus Köln abzuwarten und dann zu entscheiden, ob die Pfandringe installiert werden sollen.

Die Ampel blieb aber bei ihrer Linie. Ursula Holtmann-Schnieder etwa betonte den ökologischen Nutzen, denn in jedem Fall würden durch die Pfandringe mehr Glas und Kunststoff wiederverwertet. Zustimmung kam auch vom Jugendrat, der Kontakte nach Gütersloh geknüpft hat. Dort seien die Pfandringe gut angelaufen, sagte Vertreterin Kaya Sonntag.

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