Auch wenn der Rhein noch brav in seinem Bett liegt: Die Stadt bereitet sich auf schnell steigende Wasserstände vor.

Pegel
2003 bestaunten Passanten die vom Rhein gefluteten Kasematten am Altstadtufer.

2003 bestaunten Passanten die vom Rhein gefluteten Kasematten am Altstadtufer.

D. Alsleben

2003 bestaunten Passanten die vom Rhein gefluteten Kasematten am Altstadtufer.

Düsseldorf. Noch blickt Kristian Lütz entspannt auf die Wellen des Rheins, aber das könnte sich beim Hochwasser-Fachmann der Stadtentwässerungsbetriebe an diesem Wochenende schnell ändern: „Hochwasser ist im Anmarsch, wir wissen nur noch nicht in welcher Größenordnung“, sagt Lütz. Am Freitagmittag stand der Rheinpegel bei unspektakulären 3,32 Metern (13 Uhr). Die Experten bezeichnen das als Mittelwasser. Doch innerhalb eines Tages kann er um zwei Meter ansteigen.

„Das Hochwassergeschehen fängt bei sieben bis acht Metern Pegelstand an“, sagt Lütz, der weiß, dass sich an der Mosel eine Hochwasserwelle bildet. Trifft diese Welle im Rhein auf hohe Wasser-stände, könnte es für Düsseldorf kritisch werden. Deshalb ist der Rheinpegel bei Andernach ein wichtiger Indikator für die Hochwasser-Prognose. Dort stieg der Pegel am Freitag in acht Stunden um einen Meter.

Doch Lütz sagt: „Im Augenblick befürchten wir noch nichts Schlimmeres.“ Denn sowohl am Main, als auch an der Lahn seien die Pegel bislang nicht dramatisch gestiegen. Eine Rhein-Hochwasserwelle gebe es also nicht.

Die Feuerwehr ist dennoch gewappnet. „Bis zum Wochenende werden wir 15 000 Sandsäcke abgefüllt haben“, sagt Feuerwehrsprecher Hans Jochen Hermes. Besonders gefährdet in Düsseldorf seien die Urdenbacher Kämpe, Angermund und Himmelgeist, wo eine mehrere hundert Meter große Lücke im Deich klafft. „Dort wird die Nikolausstraße geflutet, wenn der Pegel über zehn Meter steigt“, sagt Lütz.

Deiche sind auf einen Pegel von 11,75 Metern angelegt

Ab einem Pegelstand von sieben Metern schließt die Stadt zunächst das Hochwasserschutztor am Unteren Rheinwerft. Das Tor in Kaiserswerth sowie das Hammer Fährtor folgen bei weiter steigenden Wasserständen. Dann muss auch der Parkplatz unter der Oberkasseler Brücke geräumt sein. Gefährlich für Gebäude und ihre Bewohner wird es in Düsseldorf aber erst ab 11,75 Metern. „Das ist die Grenze, für die unsere Deiche ausgelegt sind“, sagt Lütz, der aber mit so viel Wasser nicht rechnet.

Die letzten Hochwasser gab es 2003 (9,36 Meter), 1995 (10,32) und 1993 (10,24).
 

Ab einem Pegel von 8,80 Metern wird die Schifffahrt eingestellt.
 

Im Schifffahrtsmuseum gibt’s am Sonntag (Schloss-turm, 15 Uhr) eine Führung zum Thema Hochwasser.

Auch bei der Wasserschutzpolizei beobachtet man den Strom genau. „Wir rechnen am Montag mit einem Wasserstand von über sechs Metern, möglicherweise wird auch die Hochwassermarke I von 7,10 erreicht“, sagt Klaus-Eckhard Lausch. Ganz genau könne man das aber noch nicht sagen: „Das hängt davon ab, wie viel es regnet. Und zwar nicht hier, sondern südlich von Koblenz.“

Auch Elmar Uecker, Geschäftsführer an den Kasematten, hat ein waches Auge auf den Rhein: „Bei 8,10 Metern müssen alle Möbel abgeräumt sein.“ Zuletzt stand der Fluss vor acht Jahren so hoch Fall. Damals wurden auch die Innenräume überflutet.

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