Harald Schmidt und Eckart von Hirschhausen moderieren. Mehr als ab und zu einen Scherz darf man aber nicht erwarten.

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Sie haben viel Spaß zusammen: Eckart von Hirschhausen lacht sich schlapp über die mimische und gestische Klasse von Harald Schmidt.

Sie haben viel Spaß zusammen: Eckart von Hirschhausen lacht sich schlapp über die mimische und gestische Klasse von Harald Schmidt.

Stefan Arend

Sie haben viel Spaß zusammen: Eckart von Hirschhausen lacht sich schlapp über die mimische und gestische Klasse von Harald Schmidt.

Düsseldorf. "Die Milliarde ist volksnah geworden", sagt Harald Schmidt auf die Frage, was denn der Steuerzahler für die Gala der Deutschen Oper am Rhein berappe. "Warum soll ein schöner Abend nicht zwei, drei Milliarden kosten?"

Ursprünglich wollte jemand die Antwort vom Opernintendanten Christoph Meyer hören, der sich dazu aber nicht äußern mag. Mit Schmidts Hilfe ist das Thema Geld schlagartig vom Tisch. Nun geht es um die Kunst, genauer gesagt das Musiktheater. "Ich spreche nicht von Oper, sondern von Musiktheater", betont Schmidt mit einer Mischung aus Ironie und ernsthaft erhobenem Zeigefinger.

Könnte sein, dass für den ausgebildeten Kirchenmusiker bei Musik der Spaß tatsächlich aufhört. "Es muss ja doch dem Ernst der Kunstgattung gemäß sein, wenn man auch den einen oder anderen Scherz einstreut", dämpft er allzu große Erwartungen, die von ihm und Eckart von Hirschhausen moderierte Operngala solle vorrangig erheitern.

Schmidt sagt: "Sänger sehen heute aus wie Models"

Er habe ein Abonnement bei der Rheinoper und liebe das Musiktheater vor allem der Musik willen, aber nicht nur: "Sänger sind nicht mehr Tonnen mit einer Röhre, sondern sehen aus wie Models. Das sind heute richtige Sänger-Schauspieler." Für solche Kunst werde es auch immer ein Publikum geben. "Ich hab mit Pädagogik zwar nicht viel am Hut, aber Oper muss vermittelt werden - von Jugend auf", meint Schmidt.

Dem pflichtet sein Mit-Moderator Eckart von Hirschhausen eifrig bei. Überhaupt sei Musik für die Entwicklung des Hirns enorm wichtig. Doch müsse es nicht notwendigerweise Klassik sein, Rockmusik könne das gleiche bewirken. "Och, das ist mir jetzt wirklich neu", wirft Schmidt hierzu ein. "Entscheidend ist", beharrt der Arzt, Kabarettist und Schriftsteller Hirschhausen, "dass man die Musik mag." Dann würden sich sogar die Herzkranzgefäße vital erweitern.

Neben Mitgliedern des Ensembles sind Weltstars wie die Sopranistin Deborah Polaski sowie die Tenöre Peter Seiffert und Neil Shicoff zu Gast. Der neue Generalmusikdirektor Axel Kober leitet die Düsseldorfer Symphoniker. Beginn Gala 20 Uhr.

Um 14 Uhr startet ein Vorprogramm, die Übertragung der Operngala beginnt schließlich gegen 20 Uhr. Der Eintritt ist frei, es gibt 300 Sitzplätze. Feuerwerk gegen 23 Uhr.

Weitere Informationen und Karten für die Gala im Opernhaus gibt es im Internet und im Opernshop unter der Telefonnummer 0211/89 25 211.

Unterdessen sei der Mensch generell ein sehr musikalisches Wesen. "Unser Gehirn leistet Unglaubliches beim Musikhören." Nach ein, zwei Sekunden könne man ein Musikstück erkennen, mit einem Roman müsse ein vergleichbares Experiment scheitern. Kaum jemand könne nach ein paar Wörtern aus der Mitte eines literarischen Werkes erkennen, um welches es sich handle.

Der Samstag steht unter dem Motto "Oper am Rhein für alle". Es ist die erste Düsseldorfer Operngala, die live auf dem Burgplatz übertragen wird. Sieben Kameras werden im Opernhaus stehen, zwei auf dem Burgplatz. Die beiden Moderatoren treten abwechselnd im Opernhaus auf und führen durch den Abend, mit dem nicht nur das klassische Opernpublikum angesprochen werden soll.

Insbesondere das von der Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH (DMT) gestaltete Vorprogramm auf dem Burgplatz soll sehr familienfreundlich ausgerichtet sein und will die Neugier von Menschen wecken, die mit Opernbesuchen noch keine Erfahrung haben. Zum Schluss gibt es am Burgplatz ein Feuerwerk zur Filmmusik von "Independence Day".

© WhatsBroadcast

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