Was machen Frauen, wenn sie einen treuen Begleiter brauchen? Sie kaufen sich eine Handtasche. Und wenn sie die leid sind, kaufen sie sich eine neue.

Düsseldorfer Online-Versender von Luxustaschen eröffnet einen Laden an der Königsallee.
Verkäuferin Rosemarie Tanyeli und Store-Manager Dirk Waskowiak.

Verkäuferin Rosemarie Tanyeli und Store-Manager Dirk Waskowiak.

Sergej Lepke

Verkäuferin Rosemarie Tanyeli und Store-Manager Dirk Waskowiak.

Düsseldorf. Was machen Frauen, wenn sie einen treuen Begleiter brauchen? Sie kaufen sich eine Handtasche. Und wenn sie die leid sind, kaufen sie sich eine neue. Immer öfter online. Damit hat es ein Düsseldorfer Start-up-Unternehmen in acht Jahren nach eigener Aussage zum Weltmarktführer gebracht: fashionette. Das eröffnet heute mit DJ, Promis und 400 geladenen Gästen, darunter 50 Blogger, offiziell seinen ersten stationären Shop auf der Kö 56.

Soft Opening ist seit 1. August: 100 Quadratmeter, ganz in weiß, offene Regale, bequeme Sitzgelegenheiten, es gibt auch Kaffee oder Wasser. „Es soll so sein wie bei der Freundin auf der Couch, ganz entspannt, wie in einem begehbaren Schrank“, erklärt Store-Manager Dirk Waskowiak das Konzept. Darin soll erst gar keine Schwellenangst aufkommen wie in den von Doormen bewachten düsteren Monolabel-Läden links und rechts.

Waskowiak: „Hier kann man alles anfassen.“ Die 500 dekorierten Taschen, Klassiker, einige zu Trendthemen arrangiert, sind noch längst nicht alles. Online gibt’s bei fashionette 4000 Luxus- und Premium-Modelle von 130 Designern. Die meisten Luxusmarken sind vertreten, bis auf die, die im Verkauf lieber bei sich bleiben, wie Hermès, Louis Vuitton oder Chanel.

Und damit die Statussymbole mit Henkel auch für Jede erschwinglich sind, kann man bei fashionette wie beim Möbel- oder Autokauf in Raten zahlen. Beispiel: eine schwarze Shopping-Bag von Yves Saint Laurent kostet als Sofortkauf 895 Euro, in drei Monatsraten je 313,45 Euro oder 12 Monatsraten zu je 85,99 Euro. Hauptzielgruppe sind junge Frauen zwischen 29 und 39 Jahren. Nach Erfahrung von fashionette wollen auch oder gerade alleinerziehende Mütter und Studentinnen solche Luxustaschen schwenken. Waskowiak vermutet: „Um in der Uni damit anzugeben.“ In dieses Schema würde auch die junge Frau im olivgrünen Tarnanzug-Outfit mit Glitzersternen drauf passen, die gerade zu einer uniformgrünen Schultertasche greift. Passt. Das ist ja das eigentlich Tolle an Taschen, das es anders als bei Kleidung keine Passformprobleme gibt.  Zudem scheint der Taschen-Tick angeboren: Redaktions-Nachwuchs Elsa, 16 Monate, besteht bereits auf Omas Luxus-Taschen als Unterstützung beim Laufenlernen. Die Geschäftsidee hatte fashionette-Gründer Ronald Reschke vor acht Jahren aus der TV-Serie „Sex and the City“, wo eine Protagonistin Luxustaschen mietet. Weil die meisten Frauen – wie schon Elsa – die Taschen nicht mehr hergeben wollten, kam man auf Ratenzahlung.

Inzwischen denkt man bei fashionette schon darüber nach, was noch alles ins Sortiment passen könnte: Schuhe, Schmuck und, ganz wichtig Kleinlederwaren, beispielsweise für Kreditkarten von Männern, diese oftmals treuen Begleiter für Sofortkäufe.

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