Die Stadt bietet ab Sommer in den Stadtteilen Kurse für Familien. Auf Augenhöhe sollen Mütter und Väter das Eltern-Sein lernen.

Wie viel Medien verträgt mein Kind? Mit solchen Alltagsfragen beschäftigt sich die Elternschule.
Wie viel Medien verträgt mein Kind? Mit solchen Alltagsfragen beschäftigt sich die Elternschule.

Wie viel Medien verträgt mein Kind? Mit solchen Alltagsfragen beschäftigt sich die Elternschule.

dpa

Wie viel Medien verträgt mein Kind? Mit solchen Alltagsfragen beschäftigt sich die Elternschule.

Düsseldorf. Die Probleme sind bekannt: Kinder, die keine Bewegung bekommen, stattdessen zu fette Nahrung; die viel zu viel Zeit vor Computer und Fernseher verbringen; deren Eltern nicht wissen, wie sie mit Quengelei umgehen und klare Regeln setzen. Ab August will die Stadt deshalb Familien großflächig ein neues Hilfsangebot unterbreiten, eine Art Elternschule.

Der offizielle Titel lautet "Familie leben - Eltern können mehr". In zwölf Familienzentren werden Eltern Angebote bekommen, um über Probleme im Alltag zu sprechen. "Wir wollen nicht belehren, sondern mit den Eltern ins Gespräch kommen", sagt Sozialdezernent Burkhard Hintzsche.

Erziehungsprobleme haben nicht nur weniger gebildete Eltern

Vier Themengebiete werden angeboten: Erziehung, Gesundheit, Alltagsorganisation und Mediennutzung. "Viele Eltern sind zwischen all den Erziehungsratgebern und Super-Nannys verunsichert, wie sie ihr Kind richtig erziehen", sagt Julia Sadlow von der Awo, die das Projekt mitgestaltet.

Viele Eltern wüssten zwar, dass Äpfel gesünder als Pommes sind, ergänzt Petra Budde von der ASG - aber nicht, wie sie ihre Kinder dazu bringen, sie auch zu essen. Das Problem hätten auch Eltern mit höherem Bildungsgrad: "Wir wollen möglichst alle Schichten erreichen."

Andererseits erläutert Jugendamtsleiter Johannes Horn, dass die ausgewählten Familienzentren vor allem dort liegen, wo Familien mit Problemen vermutet werden. Der Norden und Oberkassel sind nicht dabei. "Viele Eltern fragen auch, wie man von Hartz IV eine ausgewogene Ernährung hinbekommt", ergänzt Burkhard Hintzsche. Die Familienzentren als Ort des Angebots sollen für Eltern die Hemmschwelle senken, weil viele sie über die Kitas bereits kennen.

Schon jetzt unterstützt die Stadt nach eigenen Angaben die Träger der Familienbildung mit jährlich 3 Millionen Euro. Die Angebote für Familien würden sich auf 100.000 Stunden im Jahr summieren, dadurch erreiche man 57.000 Menschen.

In den vergangenen Jahren hat die Stadt 70Kitas zu so genannten Familienzentren ausgebaut. Die Einrichtungen sollen Anlaufstellen für Menschen im Stadtteil sein, Beratung anbieten und durch Vernetzung Menschen an geeignete Stellen weiterleiten.

Zurzeit laufen die Vorbereitungen mit den Sozialträgern. 15 Sozialpädagogen werden fortgebildet und in den zwölf Familienzentren die Koordination der Angebote übernehmen.

In jedem wird es im ersten Jahr 20 Stunden Kursangebot geben, in dem es um Fragen geht wie: Wie viel Medienkonsum ist gut für mein Kind? Wie stärke ich das Selbstbewusstsein meines Kindes? Wie bekomme ich Beruf und Elternschaft unter einen Hut?

Burkhard Hintzsche betont, dass das Projekt nur ein neuer Baustein ist, viele verwandte Angebote gebe es bereits. Für die Vorbereitung und das erste Jahr gibt die Stadt 60.000 Euro aus, noch einmal die gleiche Summe gibt die Stadtsparkasse dazu.

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