Wer sein Dach bepflanzt, schützt sein Haus, spart Gebühren und verbessert das Mikroklima. Anträge bis Jahresende stellen.

Auf dem Tiefgaragendach der Arkaden: Heinz-Eugen Lönnendonker (li.) und Günter Ostermeier.
Auf dem Tiefgaragendach der Arkaden: Heinz-Eugen Lönnendonker (li.) und Günter Ostermeier.

Auf dem Tiefgaragendach der Arkaden: Heinz-Eugen Lönnendonker (li.) und Günter Ostermeier.

Judith Michaelis

Auf dem Tiefgaragendach der Arkaden: Heinz-Eugen Lönnendonker (li.) und Günter Ostermeier.

Düsseldorf. Wurden Gründächer lange als Spielerei angesehen, sind sie mittlerweile der Ökonische entwachsen. "Jeder Quadratmeter Grün schont die Umwelt und sieht gleichzeitig gut aus", sagt Klaus Scheffler, Technischer Leiter der Düsseldorf Arkaden.

16000 Quadratmeter der Arkaden sind begrünt. Das bedeutet eine Ersparnis von bis zu 9000 Euro im Jahr. Auf diese Ermäßigung der Niederschlagswassergebühr machte am Donnerstag Günter Ostermeier, Betriebsleiter des Stadtentwässerungsbetriebs, aufmerksam. "Viele Menschen wissen noch gar nicht, dass sie damit die Hälfte ihrer Gebühren sparen können", sagt er.

Ersparnis hin oder her: Dachbegrünungen liegen im Trend

Die Kosten für Niederschlagswasser liegen derzeit bei 1,02 Euro pro Quadratmeter und Jahr und werden um 50 Prozent auf 0,51Euro je Quadratmeter begrünter Dachfläche ermäßigt.

"Bisher sind relativ wenig Anträge beim Stadtentwässerungsbetrieb eingereicht worden", sagt Ostermeier. Die Ermäßigung gelte aber für das ganze Jahr, wenn bis zum 31.Dezember die Anträge bei der Stadt einlaufen.

Ersparnis hin oder her: Auf dem eigenen Dach oder der Garage ein Gärtchen anzulegen, liegt schwer im Trend. Auch aus Gründen des Wohlbefindens: "Ich habe es schön angenehm auf meine Dach in der Carlstadt. Ich genieße bessere Luft und manchmal verirren sich auch Meisen oder Rotkehlchen zu mir", sagt Dirk Rüdinger, der seine 145Quadratmeter mit Rhododendron und Hortensien bepflanzt hat.

Bis 31. Dezember müssen die Anträge zur Ermäßigung der Niederschlagswassergebühr für Gründächer gestellt werden, damit sie rückwirkend für 2010 angerechnet werden kann. 50 Prozent Ersparnis sind garantiert. Anstelle von 1,02 Euro zahlt man 51 Cent pro qm.

Für die Berechnung der Niederschlagswassergebühr wird als Bemessungsrundlage die Größe der Flächen herangezogen, von denen aus Niederschlagswasser in das öffentliche Entwässerungsnetz gelangt. Infos und Antrag unter: www.duesseldorf.de/kanal

"Ich kann toll von dort oben in die schönen Innen- und Hinterhöfe schauen." Und am Freitag wird er als erstes den Antrag einreichen, um die Kosten für das Jahr zurück zu bekommen.

Dass der Anblick nicht nur entspannend, sondern auch für das Mikroklima der Stadt wertvoll ist, ist lange klar. "Solange ein Gründach besteht, hat es auch seinen positiven Effekt", erklärt Heinz-Eugen Lönnendonker, Projektleiter beim Stadtentwässerungsbetrieb.

Auch wenn die ökologische Version teurer ist als etwa Kies zu streuen, sei sie die "weitsichtigere Investition" und in jedem Fall sinnvoller. Da sind sich die Experten einig. Die grüne Haube auf dem Dach schütze außerdem vor Hitze im Sommer und umgekehrt verpufft weniger Energie in den kalten Tagen von innen nach außen.

Die guten Argumente scheinen zu überzeugen: In Düsseldorf gibt es mittlerweile 750000 Quadratmeter begrünte Flächen. "Doch es kann nie genug geben", sagt Ostermeier.

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