Anwohner ärgern sich über Neuregelung des Radverkehrs an der Unterführung Im Liefeld.

oberbilk
Viel zu eng findet es Anwohner Friedhelm Neu auf dem neuen Radweg, den er fast jeden Tag passiert.

Viel zu eng findet es Anwohner Friedhelm Neu auf dem neuen Radweg, den er fast jeden Tag passiert.

Melanie Zanin

Viel zu eng findet es Anwohner Friedhelm Neu auf dem neuen Radweg, den er fast jeden Tag passiert.

Düsseldorf. Friedhelm Neu steht mit seinem Fahrrad an der Ampel vor der Unterführung Im Liefeld/Seeheimer Weg in Oberbilk. Aus dem engen Tunnel kommt im Gegenverkehr ein Linienbus. Als dieser an dem Radfahrer vorbeifährt, bleiben nur wenige Zentimeter Platz. „Da wird einem ganz schön mulmig“, findet Neu.

„Seit der Radverkehr hier neu geregelt ist, musste ich schon zweimal eine Vollbremsung machen. Die dürfen im Tunnel hier ja 50 fahren, viele Autofahrer halten sich nicht mal daran. Der neue Radweg ist eine Todesfalle.“

35 000 Euro hat die Stadt für die Neuregelung investiert

Die Stadt hatte im Juli für rund 35 000 Euro separierte Aufstellmöglichkeiten für Radfahrer vor den Ampeln in beiden Richtungen der Unterführung geschaffen. Vier Wochen dauerten die Arbeiten, einige Baustellenreste wurden erst vergangene Woche weggeschafft.

„Derzeit ist es wegen der langen Strecke nötig, den Radverkehr auf den sehr schmalen Gehwegen zu führen. Zukünftig darf der Radverkehr auch die Fahrbahn benutzen und ihn zügig und sicher passieren“, hieß es in der entsprechenden Pressemitteilung der Stadt damals zur Begründung für die neue Regelung.

„Von Sicherheit kann absolut keine Rede sein“, meint hingegen Anwohner Friedhelm Neu, der fast täglich per Rad unterwegs ist und dabei auch die Unterführung durchquert. „Viele Radfahrer weichen weiterhin auf den Gehweg aus, weil es denen auf der Straße verständlicherweise zu gefährlich ist.“

Wem in Verbindung mit dem Fahrradverkehr in der Stadt Mängel auffallen wie unleserliche Verkehrszeichen, oder planerische Probleme, kann diese in ein Formular eintragen, das direkt an das zuständige Amt für Verkehrsmanagement weitergeleitet wird.

www.duesseldorf.de/verkehrsmanagement/mit_dem_rad

Dort kommen sie dann aber den Fußgängern in die Quere. „Außerdem ist der Fahrbahnrand in einem sehr schlechten Zustand. Man ist deshalb gezwungen, eher mittig zu fahren. Wenn die Autos dann trotzdem überholen, wird es noch enger und noch gefährlicher.“

„Mir wurde versichert, dass noch nachgebessert wird.“
Marko Siegesmund, SPD-Bezirksvertreter

Nachbar Josef Kreuser ärgert sich über die hohen Kosten: „35000 Euro wurden rausgeschmissen, und das Ergebnis ist eine einzige Katastrophe“, meint der 90-jährige. „Dann hätte man es gleich so lassen können wie vorher. Das Geld hätte man für Sinnvolleres ausgeben können.“

Neben Friedhelm Neu wandten sich auch andere Anwohner bereits an Politik und Stadt, um ihrem Ärger über die neue Regelung Luft zu machen und Nachbesserungen einzufordern. Marko Siegesmund von der Bezirksvertretung 3 (unter anderem Oberbilk, Bilk, Friedrichstadt) hat sich mit dem zuständigen Radwegplaner in Verbindung gesetzt. „Der versicherte mir, dass hier noch nachgebessert wird.“

So soll eine neue Beschilderung die Radfahrer darauf aufmerksam machen, dass sie auch weiterhin den Gehweg benutzen können, Fußgänger dabei aber Vorrang gewähren müssen. An der einen Seite zur Unterführung steht derzeit gar kein Schild, auf der anderen noch ein veraltetes. „Die Arbeiten sind schlichtweg noch nicht abgeschlossen“, so Siegesmund.

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