Viele Eisdielen öffnen in diesen Tagen erst wieder, für das Yomaro kam keine Winterpause infrage.

Genuss
Mit zahllosen Toppings können die Kunden ihren gefrorenen Joghurt garnieren.

Mit zahllosen Toppings können die Kunden ihren gefrorenen Joghurt garnieren.

Melanie Zanin

Mit zahllosen Toppings können die Kunden ihren gefrorenen Joghurt garnieren.

Düsseldorf. Fünfzehn Gäste auf zehn Quadratmeter Stehfläche, die Frozen- Yogurt-Fans geben sich bei Yomaro die Klinke in die Hand. Wie Frozen Yogurt ist auch der kleine Laden an der Lorettostraße längst kein Geheimtipp mehr.

Doch wie steht es um die altbekannte Winterpause? Wer früher zwischen September und März Lust auf eine cremige Erfrischung hatte, war auf den Supermarkt angewiesen. Inzwischen hat sich Frozen Yogurt zur echten Eis-Alternative entwickelt, gibt es jetzt neue Regeln für den Winter?

Elena Rademacher ist das erste Mal bei Yomaro und überzeugt: „Ich find’s toll, dass man sich die Portion selber zusammenstellen kann, das ist einfach mal was anderes.“ Der Winter ist für sie kein Problem, bei ihr kommt jetzt auch normales Eis auf den Tisch. Auch Kundin Julia Hodde erteilt der Winterpause eine Absage: „So etwas kann man doch immer essen.“

Die Stammkunden wären bei einer Winterpause enttäuscht gewesen

Für die meisten Eisdielen in Düsseldorf gilt, dass sie im Winter nicht mehr schließen. „Früher konnte man sich das noch leisten“, sagt Aliji Bekim, der in der Eisdiele Gelatissimo, Lorettostraße, arbeitet. Inzwischen werde im Sommer meist kein Überschuss erwirtschaftet, der es den Eisdielen ermögliche, eine mehrmonatige Winterpause zu machen.

Gelatissimo schloss für drei Wochen, aktuell werden in der Eisdiele vor allem Kaffee und Kuchen verkauft. Aber es gibt auch Gegenbeispiele: Die bekannte Altstadt-Eisdiele Pia oder auch die Kult-Diele Unbehaun an der Aachener Straße machen Winterpause.

Frozen Yogurt wird mit Joghurt statt Sahne in einer Softeis-Maschine hergestellt, durch die anhaltende Bewegung bleibt es cremig.


Bei Yomaro kann sich jeder Kunde seine Portion mit über 50 Toppings (Obst oder Süßigkeiten) selbst zusammenstellen.

Schon seit den 80ern in den USA bekannt, 2005 feierte das Joghurteis in Korea eine Renaissance, seit 2010 etabliert sich das Produkt auch in Deutschland.

Für Yomaro Inhaber Matthias Rombey, der seinen Laden vor einem Jahr eröffnete, stand eine Winterpause nicht zur Debatte. „Wir haben schon viele Stammkunden, die wären enttäuscht gewesen, wenn wir zugemacht hätten.“ Rombey sieht die kalten Monate als Chance, seinen Laden zu positionieren. „Wir werden meist mit Frozen Yogurt assoziiert, dass wir auch Müsli, Smoothies und Naturjoghurt anbieten, merken die meisten gar nicht.“

Jana Pulm ist mit ihrer Familie Stammkundin und auch im Winter von Frozen Yogurt überzeugt: „Wir gehen nicht Eisessen, für uns ist das ein leckerer Nachtisch, eine tolle Alternative zu Kuchen.“ Solche Aussagen freuen Rombey, der im April eine zweite Filiale am Carlsplatz eröffnet, besonders, denn für ihn ist Frozen Yogurt längst kein Trendprodukt mehr: „In den USA ist es schon seit 20 Jahren etabliert, es muss allerdings bis ins kleinste Detail stimmig sein.“

Deshalb setzt Yomaro auf natürliche Produkte und Nachhaltigkeit, Becher und Besteck sind zu 100 Prozent kompostierbar. „Wir wollen uns mit natürlichen Produkten langfristig behaupten, nicht als klassische Eisdiele, sondern als gesunde Alternative zu Döner und Co.“

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