Umsatz zu gering: Goethe und Schweizer GmbH verlängert den Mietvertrag für Traditionsgeschäft in der Nordstraße nicht.

Umsatz zu gering: Goethe und Schweizer GmbH verlängert den Mietvertrag für Traditionsgeschäft in der Nordstraße nicht.
Am 1. Oktober soll der letzte Verkaufstag in der Goethe-Buchhandlung an der Nordstraße sein. Foto Sergej Lepke

Am 1. Oktober soll der letzte Verkaufstag in der Goethe-Buchhandlung an der Nordstraße sein. Foto Sergej Lepke

Am 1. Oktober soll der letzte Verkaufstag in der Goethe-Buchhandlung an der Nordstraße sein. Foto Sergej Lepke

Düsseldorf. Das Sterben der Buchläden geht auch in Düsseldorf weiter. Und es trifft nicht nur die kleinen Läden in den Stadtteilen, sondern auch Traditionsgeschäfte. Gestern teilte die Goethe und Schweizer GmbH mit, dass sie ihr Ladenlokal in der Nordstraße 27 zum Herbst dieses Jahres schließen wird. Damit ziehe das Unternehmen Konsequenzen. Schließlich wurden zuletzt in dem Ladenlokal in Pempelfort nur knapp zwei Prozent des Gesamtumsatzes (53 Millionen Euro) des Unternehmens erwirtschaftet.

Geschäftsführer Peter Wenning erläutert: „Wir müssen da investieren, wo wir wachsen – und das ist der Bereich der Fachliteratur, den wir überwiegend von unserem Unternehmensstandort in Heerdt aus bedienen.“ An der Willstätter Straße beschäftigt die Gesellschaft rund 140 Mitarbeiter im Versand- und Onlinehandel. Dort wird auch erweitert. Im April wird ein neues Beratungszentrum für Firmenkunden, Freiberufler und Bibliotheken eröffnet. Die Kunden finden hier juristische Fachliteratur.

Zurück zum Ladenlokal an der Nordstraße. Das wurde auf 30 Quadratmetern 1946 von Erika und Fritz Teubig eröffnet. Sohn Wolfgang Teubig führte es ab 1966 dann 46 Jahre lang weiter. Das Geschäft expandierte in dieser Zeit auf 1000 Quadratmeter. In den 1970er Jahren spezialisierte sich die Goethe Buchhandlung auf den Fachbuchhandel. Beliefert seitdem Unis, Verwaltungen und und Firmen.

Dazu wurde in den 1990er Jahren die Verwaltung und das Lager nach Heerdt ausgelagert. 2012 ging Wolfgang Teubig in Rente. Seine Tochter Susanne ist in Heerdt heute für das Marketing und die Kommunikation verantwortlich. Thomas Dohme und Peter Wenning sind Geschäftsführer. Sie halbierten die Verkaufsfläche auf der Nordstraße vor drei Jahren auf 400 Quadratmeter.

Letzter Verkaufstag ist am Samstag, 1. Oktober, geplant

Peter Wenning erläutert gegenüber der WZ, dass man sich jetzt habe entscheiden müssen, den Mietvertrag für die Nordstraße zu verlängern. „Unser Mietvertrag läuft zum Jahresende aus. Aber die Mieten sind hier, obwohl es keine 1-A-Lage ist, sehr ambitioniert.“ Wenning spricht von einem sechsstelligen Betrag pro Jahr. So habe man sich nun entschlossen, nicht zu verlängern. Auch habe die Nordstraße auf diesem Teil an Attraktivität eingebüßt. „Der Umsatz im Laden ist innerhalb von sechs Jahren um Zweidrittel gesunken“, macht Wenning deutlich.

Die Goethe Buchhandlung soll nun am Samstag, 1. Oktober, das letzte Mal öffnen. Einen Ausverkauf aber wird es nicht geben. Der ist in der Branche nur erlaubt, wenn das gesamte Unternehmen aufgegeben wird. Dies ist beim Stern Verlag der Fall. An der Friedrichstraße beginnt am heutigen Mittwoch der Ausverkauf.

Kündigungen der Mitarbeiter sollen vermieden werden

In der Goethe Buchhandlung sind noch acht Mitarbeiter beschäftigt. Zu besten Zeiten waren es 30. Mit jeder Verkleinerung habe man die Mitarbeiter wenn möglich nach Heerdt geholt. Das sei auch jetzt das Ziel. „Wir versuchen, Kündigungen zu vermeiden, bei drei Mitarbeitern ist die Situation aber noch unklar“, sagt der Geschäftsführer.

Goethe und Schweizer betreibt in Dortmund einen juristischen Fachbuchhandel am Landgericht. In Köln und Bonn hat die Firma jeweils eine Unifiliale. Eine solche wird nun auch auf dem Campus der Heine-Universität frei. Wie mehrfach berichtet schließt der Stern-Verlag zum 31. März und dies betrifft auch seine Filiale an der Uni. Peter Wenning bestätigt „Gedankenspiele“ seines Unternehmens, das Ladenlokal zu übernehmen. Doch das Projekt sei zurzeit nicht mehr aktuell, da die Pachtverhältnisse schwierig seien. Zudem seien auch für Unibuchläden Online-Handel und digitale Produkte eine große Konkurrenz.

© WhatsBroadcast

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