Vietnamesische Restaurants locken experimentier- und reisefreudige Gäste an.

Bezirk 3
Le Phu und Köchin Le Linh von Khanh’s Lilly präsentieren Banh Xeo, typisch vietnamesische herzhafte Reispfannkuchen.

Le Phu und Köchin Le Linh von Khanh’s Lilly präsentieren Banh Xeo, typisch vietnamesische herzhafte Reispfannkuchen.

Serhej Lepke

Le Phu und Köchin Le Linh von Khanh’s Lilly präsentieren Banh Xeo, typisch vietnamesische herzhafte Reispfannkuchen.

Düsseldorf. Eine Reise von Nord- nach Südvietnam dauert mit dem Zug im besten Fall 33 Stunden. Bei einem Spaziergang durch Bilk und Friedrichstadt kann man in Düsseldorf jetzt in weniger als einer halben Stunde eine kulinarische Tour durch das südostasiatische Land machen. In den vergangenen sechs Jahren eröffneten hier fünf verschiedene vietnamesische Restaurants.

Viele Gäste wollen vor einer Südostasien-Reise die Küche testen

2008 machte Khanh’s Lilly an der Friedrichstraße den Anfang. Le Phu und seine Familie übernahmen das Restaurant vor zwei Jahren. Er weiß, warum das Essen so beliebt ist: „Immer mehr Deutsche machen Urlaub in Vietnam, sie wollen dann vorher schon mal die Küche testen.“ Deswegen sei es besonders wichtig, authentische Gerichte zu servieren. „Die üblichen gebratenen Nudeln, die viele Chinaimbisse verkaufen, haben wir nicht.“ Er setzte auf Originalrezepte, „bei der Oma aus Saigon abgeguckt.“

Mit den anderen Restaurants in der Gegend stehe man nicht wirklich in Konkurrenz. „Wir haben ein friedliches Miteinander.“ Das liegt wohl auch daran, dass alle auf unterschiedliche Konzepte setzten. Im Scaramanga’s an der Oberbilker Allee werden kleine Vorspeisen serviert, im Veatnam an der Bilker Allee gibt es “Streetfood“, wie es üblicherweise in den Garküchen auf Vietnams Straßen serviert wird, im An Banh Mi in der Nähe der Bilker Kirche typisch vietnamesische Sandwichs und im Lé’ger, einem Ableger des Lilly ist der Lieferservice besonders beliebt.

Die meisten Zutaten für die vietnamesische Küche finde man auch in Deutschland ohne Probleme im Asia-Läden, sagt Le. Trotzdem müsse man bei einigen Dingen tricksen: „Mein Vater fliegt einmal im Jahr nach Vietnam um Tee und Kräuter, die es hier nicht gibt zu kaufen.“

Neben dem Essen interessiere Gäste oft auch das Land selbst. „Viele sind neugierig, wollen mehr über das Leben in Vietnam erfahren.“ Er freue sich dabei über die Experimentierfreudigkeit der Düsseldorfer. „Ich wundere mich immer wieder, wie viele sich an den Durian-Shake wagen.“ Die Durian, auch Stinkfrucht genannt, ist für deutsche Gaumen gewöhnungsbedürftig.

„Die meisten sagen nach dem ersten Schluck, es schmecke nach faulen Eiern“, sagt Le lachend. Vietnams Nationalgericht Pho, eine Nudelsuppe sei schon eher nach dem Geschmack der Gäste. „Nur wenn ich erzähle, dass es Pho üblicherweise zum Frühstück gibt, ernte ich skeptische Blicke.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer