Der Pächter lehnt ein Angebot der Stadt ab. Jetzt wird ein Nachfolger für das Traditionshaus am Aquazoo gesucht.

Stockum
Im Café im Nordpark gibt es einiges zu sanieren: Pächter Bernd Ahrens (rechts, hier mit Uli Werner).

Im Café im Nordpark gibt es einiges zu sanieren: Pächter Bernd Ahrens (rechts, hier mit Uli Werner).

Melanie Zanin

Im Café im Nordpark gibt es einiges zu sanieren: Pächter Bernd Ahrens (rechts, hier mit Uli Werner).

Düsseldorf. Seit Jahrzehnten, seit den 60er Jahren, genauer gesagt, ist das Café am Nordpark in der Hand der Familie Ahrens – seit lange vor der Eröffnung des Aquazoos. Das könnte sich nun ändern. Pächter Bernd Ahrens hat ein Angebot der Stadt, das ihm das Café in Form eines Erbbaurechtvertrages übertragen würde, endgültig ausgeschlagen. Die Stadt sucht nun nach einem neuen Käufer, das Liegenschaftsamt bereitet ein öffentliches Auswahlverfahren im Internet vor. Wann genau die Ausschreibung kommt, steht noch nicht fest.

„Alles zusammengerechnet, hätte ich Kosten in sechsstelliger oder gar Millionenhöhe. Das kann ich nicht leisten.“

Bernd Ahrens, Pächter des Cafés im Nordpark

Die Stadt hält sich mit weiteren Informationen über Verhandlungen mit dem Pächter zurück, da es sich um ein Vertragsverhältnis mit einem privaten Partner handele. Ahrens steht seit Jahren im Gespräch mit der Stadt – dabei geht es neben dem Verkauf vor allem um den Zustand des Gebäudes. Die Stadt hat erst letztes Jahr einen neuen Boden verlegen und eine neue Tür einsetzen lassen, doch eigentlich braucht es eine Kernsanierung, sagt der Café-Betreiber.

Eine veraltete Küche mit angeschlagenen Fliesen, Flickwerk an der Holzfassade, an der morsche Latten nur einzeln ausgebessert werden, schlecht isolierte Fenster – die Liste des Pächters ist lang. „Das Haus nach Jahrzehnten wieder richtig in Schuss zu bringen, dafür muss man jede Menge Geld in die Hand nehmen“, sagt er. Er wäre dazu bereit, auch in Form eines Erbbaurechtsvertrages – doch die Bedingungen der Stadt findet er „unverschämt“.

„Alles zusammengerechnet, mit der veranschlagten Verkaufssumme, hätte ich Kosten im sechsstelliger oder gar in Millionenhöhe. Das kann ich nicht leisten – wie soll man das erwirtschaften?“, fragt er. Er habe über die Jahre hinweg ohnehin viel Geld, geschätzt eine sechsstellige Summe, in das Gebäude investiert – zuletzt als Zuschuss, um einen besseren Boden als von der Stadt vorgesehen zu bekommen. Daher komme der ihm angebotene Erbbaurechtvertrag für ihn so auf keinen Fall infrage.

Was die öffentliche Ausschreibung nun für ihn und sein Café bedeutet, weiß er nicht. Er macht erst einmal weiter, bis er von der Stadt konkrete Informationen erhält, sagt er. Zumindest kommen seit der Wiedereröffnung des Aquazoos wieder mehr Gäste, die Einnahmen sind mittlerweile „in Ordnung“, die Zahlen stimmen wieder.

Laut Informationen der Stadt bleibt der Pachtvertrag auch vorerst bestehen. Laut Ahrens läuft er noch bis zum Jahr 2028. „Ich kann jetzt nicht mehr tun als abzuwarten.“

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