IHK und Handwerkskammer empfehlen Interessenten in jedem Fall vorher ein Praktikum.

Bootsbauer müssen mit Holz arbeiten, und mit Kunststoffen oder Stahl. Nur vier Azubis gibt es in der Kammer.  Archiv
Bootsbauer müssen mit Holz arbeiten, und mit Kunststoffen oder Stahl. Nur vier Azubis gibt es in der Kammer. Archiv

Bootsbauer müssen mit Holz arbeiten, und mit Kunststoffen oder Stahl. Nur vier Azubis gibt es in der Kammer. Archiv

Horst Heinz Grimm/dpa/tmn

Bootsbauer müssen mit Holz arbeiten, und mit Kunststoffen oder Stahl. Nur vier Azubis gibt es in der Kammer. Archiv

Düsseldorf. Der Job des Veranstaltungstechnikers ist laut IHK-Ausbildungsexperte Clemens Urbanek zwar „keine Orchidee“, doch er sei auch kein Massenberuf. „Nicht jeder exotische Beruf ist überlaufen, weil vielen nicht bekannt ist, dass es ihn überhaupt gibt.“

Dennoch gibt es genug Insider. Und die sorgen dafür, dass sich auch gut vorbereitete Schüler ordentlich strecken müssen, um an ihren Wunschjob zu kommen. Im Falle der Fachkraft für Veranstaltungstechnik bei Düsseldorf Congress spricht Geschäftsführer Hilmar Guckert von rund 100 Bewerbungen auf die beiden jährlichen Ausbildungsangebote des Hauses.

Clemens Urbanek rät deshalb jungen Menschen, die insbesondere an raren Ausbildungen interessiert sind, frühzeitig Kontakt zu Firmen mit entsprechenden Angeboten aufzunehmen, um ein Praktikum zu absolvieren. Um frühzeitig einen Fuß in der Tür zu haben und zu testen, ob sich die Vorstellungen über den Traumberuf mit der Realität decken. „Das muss man mal ausprobieren.“ Gerade im Fall der Fachkraft für Veranstaltungstechnik seien beispielsweise die Arbeitszeiten zu bedenken. Das sagt auch Nadine Kaluza. „Das war natürlich hart für mich, als ich nach meinem Abitur vier Monate Pause hatte und dann hier angefangen habe.“ Dennoch werde man schnell durch die Freiheiten, eigene Entscheidungen treffen zu können, belohnt.

Lehrstellenbörsen können Interessenten helfen

Urbanek empfiehlt dennoch den Blick über den Tellerrand. „Möglicherweise gibt es Berufe, die ähnlich gelagert sind.“ Lehrstellenbörsen und Branchenverzeichnisse könnten helfen - und natürlich die Ausbildungsexperten der IHK unter der Rufnummer 3557 445 oder per Internet.

Wie die Industrie- und Handelskammer rät auch die Handwerkskammer zu einem Praktikum bei seltenen Jobs. „Da bei diesen Berufen nur wenige Ausbildungsplätze angeboten werden ist von den Bewerbern eine hohe Eigeninitiative und Motivation gefragt“, sagt Ausbildungsberater Peter Hammerschmid. Meistens bestehe schon eine Prägung für den Berufswunsch.

Frühe Prägung entscheidet oft über den Berufswunsch

Nur 20 Fachkräfte traten 2015 ihre Ausbildung als Fachkraft für Veranstaltungstechnik in der gesamten Region Düsseldorf neu an. Noch seltener sind beispielsweise Ausbildungen wie Brauer/Mälzer (4), Tierpfleger in Forschung und Klinik (3), Müller/Verfahrenstechnologe in der Mühlenwirtschaft (2), Bühnenmaler und Plastiker (2) oder Flachglasmechaniker (1).

In der Handwerkskammer gibt es noch die richtigen Klassiker. Beispielsweise den Büchsenmacher, der Schusswaffen herstellt. Drei Auszubildende werden in drei Betrieben ausgebildet. Immerhin noch neun Uhrmacher in sieben Firmen. Weiter auf der Liste der Berufs-Raritäten: Bootsbauer (4 Azubis/in drei Betrieben), Brunnenbauer (3/3), Buchbinder (5/3), Orgel- und Harmoniumbauer (1/1), Klavier- und Cembalobauer (8/4), Vergolder (2/2), Fachkraft für Speiseeis (4/4), Polster- und Dekorationsnäher (4/2) und Polster (1/1).

Wer Bootsbauer werden wolle, habe einen Segelschein, Instrumentenbauer hätten ein Faible für Musik und Büchsenmacher einen Jagdschein. „Ein Praktikum zur Überprüfung des Berufswunsches und als Türöffner für einen möglichen Ausbildungsplatz ist dringend zu empfehlen“, sagt auch hier der Experte. Einen ersten telefonischen Kontakt gibt es auch hier: Ruf 8795 604, 8795 607 oder 8795 632.

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