Trotz Wind und Wetter zog es die Menschen am ersten Tag des Jahres 2013 nach draußen. Ihre Vorsätze: mehr Sport und mehr Kultur.

Manche mögen’s lieber trocken: Claes Meijer und seine Begleiterin Charon van Os erweitern im K20 am Grabbeplatz ihren kulturellen Horizont.
Manche mögen’s lieber trocken: Claes Meijer und seine Begleiterin Charon van Os erweitern im K20 am Grabbeplatz ihren kulturellen Horizont.

Manche mögen’s lieber trocken: Claes Meijer und seine Begleiterin Charon van Os erweitern im K20 am Grabbeplatz ihren kulturellen Horizont.

Ruben (3) und Maline (6) haben sich warm eingepackt und toben sich auf dem Spielplatz im Grafenberger Wald aus.

Wim van Staalduinen und Mutter Wilma machen einen Spaziergang im Benrather Schlosspark.

Judith Michaelis, Bild 1 von 3

Manche mögen’s lieber trocken: Claes Meijer und seine Begleiterin Charon van Os erweitern im K20 am Grabbeplatz ihren kulturellen Horizont.

Düsseldorf. Mit guten Vorsätzen ist das so eine Sache. Aufrichtig werden die Ziele zu Beginn des neuen Jahres gesteckt, alsbald scheitern die Projekte dann aber an Routine und Alltagstrott. Der gebürtige Holländer Wim van Staalduinen will jetzt durchgreifen. Schluss mit den Ausreden, Schluss mit den Vorwänden.

„Ich habe mir vorgenommen, mir mehr Zeit für Kultur zu nehmen“, sagt er. Und los geht es direkt am ersten Tag des Jahres 2013. Trotz prasselnden Regens, trotz Wind und Wetter unternimmt er am Dienstagmittag einen Ausflug nach Schloss Benrath, gemeinsam mit seiner Mutter Wilma. „Wir sind extra einen Tag länger in Düsseldorf geblieben“, erzählt sie.

Die Überbleibsel der Silvesternacht bedecken den Boden

Sie sind zwei von überraschend vielen Spaziergängern, die dem Regen mit dicken Jacken und Schirmen ausgestattet trotzen, und Neujahr mit einem Spaziergang an der frischen Luft feiern.

Der Boden rund um das Schloss ist noch übersät von den Überbleibseln der Silvesterknaller und Raketen, die nachts zuvor den Himmel erleuchtet hatten. „Wir haben am Rhein gefeiert“, erzählt van Staalduinen, der in Düsseldorf und in Berlin lebt. Den Trubel im Zentrum hätte er nicht erwartet. „Ich wusste nicht, dass hier an Silvester so viel los ist, es hat sich wirklich gelohnt.“

Familie Braun dagegen stand der Sinn nach einem ruhigen Abend. „Silvester haben wir zu Hause verbracht“, sagt Mutter Katharina Braun. „Um zwölf Uhr haben wir die Kinder geweckt und das Feuerwerk angesehen.“ Trotz dieser Ruhestörung ist der Nachwuchs am nächsten Morgen putzmunter und ausgeruht genug für einen Besuch im Wildpark im Grafenberger Wald.

Die sechs Jahre alte Maline und ihr dreijähriger Bruder Ruben backen auf dem Spielplatz Sandkuchen, während der Regen endlich nachlässt. „Nach der ganzen Völlerei an den Weihnachtstagen ist es hier in den heimischen Wäldern mal ganz schön“, sagt Katharina Braun lachend. Und überhaupt sollen solche Unternehmungen in Zukunft häufiger stattfinden. „Mehr Sport, weniger Stress, mehr Zeit für so etwas wie heute“, lauten ihre Vorsätze.

Das neue Jahr soll einen neuen Job bringen

Die Regenpause währt nur kurz, bald verdunkelt sich der Himmel wieder. Claes Meijer und Charon van Os schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe: Im Museum K20 am Grabbeplatz sucht das Paar Schutz vor dem Regen und erweitert gleichzeitig seinen kulturellen Horizont. „Wir waren schon im Kunstpalast und im NRW-Forum“, sagt Meijer. „Die Gursky-Ausstellung ist fantastisch.“

Die beiden Amsterdamer genießen das Angebot in Düsseldorf, in Holland schrumpfe die kulturelle Landschaft zusehends. „Von der Regierung kommt wenig Geld“, bedauert Meijer. Er selbst war Teil einer Theatergruppe – und muss sich nun wie viele einen neuen Job suchen.

„Das ist mein großes Ziel für 2013“, sagt er. Erst einmal leiten er und seine Begleiterin das neue Jahr aber ganz entspannt ein. Um dann mit voller Kraft durchzustarten, damit die guten Vorsätze dieses Mal auch wirklich fruchten.

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