Neues Stadt-Logo ist ein alter Hut. Agentur kassiert 150 000 Euro.

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Düsseldorf. Ein lächelndes D soll es sein, das neue Logo der Stadt Düsseldorf – eine Dachmarke als Imagekorrektur: Lebensfreude und Kreativität statt Leistungsprinzip und Schickimicki. „Düsseldorf wird in Deutschland respektiert, aber nicht gemocht“, so erklärte BBDO-Chef Frank Lotze während der Präsentation am Wochenanfang die Zielrichtung des Entwurfs.

Nur wenige Stunden später wird klar: Das schlichte D, für das die renommierte Werbeagentur angeblich 150 000 Euro erhalten soll, wird bereits exakt in dieser Form als Signet genutzt: Dänemark hatte bereits vor geraumer Zeit geplant, für das skandinavische Land mit dem so genannten Emoticon um die Gunst von Touristen zu buhlen.

Doch der Plan wurde verworfen. Auf Modeartikeln jedoch gibt es das lächelnde D längst. Die Firma Lega-Lega in Dubrovnik bietet T-Shirts an mit dem „lächelnden D“, das für die kroatische Stadt an der Adria wirbt. Exakt übernommen ist auch hier die farbliche Komposition: Weiße T-Shirts werden von dem roten Smiley geziert. Ob der Buchstabe mit dem Doppelpunkt davor rechtlichen Schutz genießt? Keiner weiß es, schließlich wird der Code, Emoticon genannt, millionenfach in Chats genutzt, um damit ein Lachen zu kommunizieren.

Doch auch als eingetragene Marke gibt es das Zeichen schon, nur wenige Kilometer von Düsseldorf entfernt in Dortmund. Es ziert bereits seit 2010 den Schriftzug der Dasa Arbeitswelt Ausstellung – eine Einrichtung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Während es am Tag nach der Veröffentlichung der Düsseldorfer Kampagne noch hieß, dass man die mögliche künftige Nutzung der Stadt Düsseldorf prüfe, ruderte Sprecher Markus Schulte am :Donnerstag zurück: „Wir können da gut mit leben, weil die Dasa Arbeitswelt Ausstellung hervorragend in der Region positioniert ist und einen guten Ruf als Arbeitswelt Ausstellung hat.“

Trotz des Spotts aus Köln will Düsseldorf am Logo festhalten

Und während die SPD aus der Landeshauptstadt noch hofft, dass Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) „die Sache nach diesem Fehlstart still und leise beendet“, ist das : D bereits ein gefundenes Fressen – beispielsweise für die Medien aus der Nachbarstadt. Den Verfasser eines Artikels im Kölner Stadtanzeiger erinnert „das wulstige Lächeln verdächtig an die aufgespritzen Lippen, die, so hört man, auf der Düsseldorfer Königsallee gerne spazieren getragen werden“.

Doch die Stadt will an dem Entwurf festhalten und setzt auf eine langfristige Verwendung des Logos als Dachmarke. Der Antrag auf die Markenrechte läuft bereits seit August.

© WhatsBroadcast

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