Im Catz Café muss man am Wochenende reservieren. Bei den Tieren wollen die Gäste Stress abbauen – müssen sich aber an klare Regeln halten.

Im Catz Café muss man am Wochenende reservieren. Bei den Tieren wollen die Gäste Stress abbauen – müssen sich aber an klare Regeln halten.
Lutz Spendig serviert an der Münsterstraße Kaffee, während seine Katzen zum Kraulen da sind.

Lutz Spendig serviert an der Münsterstraße Kaffee, während seine Katzen zum Kraulen da sind.

Melanie Zanin

Lutz Spendig serviert an der Münsterstraße Kaffee, während seine Katzen zum Kraulen da sind.

Düsseldorf. Kuchen essen, Kaffee trinken und Katzen kraulen - wer Miezen liebt, kann jetzt im ersten Düsseldorfer Katzencafé mit den Vierbeinern auf Tuchfühlung gehen.

Sherlock, Watson, Momo, Elvis und Garfield heißen die fünf agilen Stubentiger, die allesamt aus dem Tierschutz stammen. Auf einer Sitzbank am Fenster räkelt sich Momo, während Kater Elvis eine Stoffmaus durch das Café jagt. Watson dagegen lässt sich lieber das flauschige Fell kraulen und schnurrt zufrieden.

Zwischen den Katzen sitzen die Gäste, genießen Kaffee und Kuchen und beobachten das bunte Treiben im Catz Café an der Münsterstraße.

Geschäftsidee setzte sich im TV bei „Die Höhle des Löwen“ durch

„Meine Gäste sagen oft, dass es hier total entspannt sei“, erzählt der Besitzer des Cafés, Lutz Spendig. Das ist die Atmosphäre, die sich der gelernte Hotelfachmann in seinem Café wünscht. Im vergangenen Jahr konnte sich Spendig in der TV-Show „Die Höhle des Löwen“ einen Deal für seine exklusiven Katzenkratzbäume sichern, das Café ist nun das zweite tierische Projekt des 40-Jährigen.

„Anfangs suchte ich nur nach einer Idee, meine Kratzbäume adäquat präsentieren zu können, bis mir die Idee mit dem Katzencafé kam“, berichtet Spendig weiter. Dass seine Geschäftsidee so schnell so großen Anklang finden würde, damit hatte er wohl zunächst nicht gerechnet. „Am Wochenende ist mein Café komplett ausgebucht.“ Im 90-Minuten-Takt vergibt er dann die Termine für seine Gäste: „Anders geht es nicht, ich habe nur 32 Plätze und stets mehr Anfragen als freien Raum.“

Das rund 90 Quadratmeter große Lokal ist die neue Heimat für die fünf Katzen, die aus Rumänien und Russland über das Tierheim Düsseldorf an Spendig vermittelt wurden. Die possierlichen Tiere hätte er schon ´zig Mal vermitteln können. „Doch das mache ich nicht. Im Tierheim warten so viele Katzen auf ein neues Zuhause und die sind alle so süß wie meine hier.“

Das Wohl der Tiere steht für Spendig und seine 16-köpfige Crew natürlich im Vordergrund. „Die Tiere haben einen Rückzugsraum, den kein Gast betreten darf“, erklärt Spendig weiter. Und schlafende Tiere dürfen nicht angefasst werden, „auch wenn sie mal einen Sitzplatz blockieren sollten“, fügt er hinzu.

Jeden Morgen bevor das Café öffnet, werden die fünf Protagonisten nicht nur gefüttert, sondern auch gebürstet. „Gerade jetzt im Fellwechsel ist das ganz wichtig.“ Spendig und zwei Mitarbeiter haben auch einen Lehrgang für den Katzensachkundenachweis absolvieren müssen.

Knapp 100 000 Euro hat Spendig gemeinsam mit einem Investor in das Café-Projekt gesteckt. Nun plant er ein weiteres Café dieser Art im Stadtgebiet. „Es gibt so viele Menschen, die sich an Katzen erfreuen. Sie bieten Gesprächsstoff, Aufheiterung, Abwechslung und sie können helfen, Stress abzubauen.“ Gäste, die mit schlechter Laune ins Café kämen, fühlten sich nach einiger Zeit in der Nähe der Katzen besser. In mehreren deutschen Städten gibt es mittlerweile ähnliche Katzen-Cafés, unter anderem in Berlin, Köln, Hamburg, München, Nürnberg und Bielefeld.

Das Catz-Café ist Mo bis Do von 11 bis 20 Uhr, Fr von 11 bis 22 Uhr, Sa von 10 bis 22 Uhr und So von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Die Telefonnummer: 94 19 19 11.

© WhatsBroadcast

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