Online-Plattform richtet sich auch an junge Leute, die sich für andere engagieren möchten.

Online-Plattform richtet sich auch an junge Leute, die sich für andere engagieren möchten.
Stadtdirektor Hintzsche (l.), Julia Hafer und Bastian Meyerburg stellten Plattform und Verein vor.

Stadtdirektor Hintzsche (l.), Julia Hafer und Bastian Meyerburg stellten Plattform und Verein vor.

J. Michaelis

Stadtdirektor Hintzsche (l.), Julia Hafer und Bastian Meyerburg stellten Plattform und Verein vor.

Düsseldorf. Eine neue Online-Plattform zur Förderung ehrenamtlichen Engagements in Düsseldorf nimmt vor allem junge Leute ins Visier. „Wir wollen das Ehrenamt cool machen“, sagt Bastian Meyenburg, Vorstandsmitglied von „Spendezeit.de“. Das heißt freilich nicht, dass hier nur hippe Helfer für lustige Aufgabenbereiche gesucht würden. Es bleibt die gesamte Palette der Gemeinnützigkeit gefragt: Von der Flüchtlingsunterstützung über die Alten- und Krankenhilfe bis zur Kinder- und Sportförderung.

„Wir wollen so unkompliziert wie möglich Hilfesuchende und Helfer zusammenbringen“, sagt Julia Hafer, ebenfalls Vorstand im Verein. Nach dem Motto „Was gibt’s zu tun – ich mach mit“ soll das Ehrenamt am besten fester Bestandteil der Freizeitgestaltung werden, und das eben nicht nur von ergrauten Ruheständlern.

Man klickt an, in welchem Bereich man wann und wo helfen möchte

Die Online-Plattform funktioniert als Suchmaschine für die Hilfewilligen und als Plattform für gemeinnützige Organisationen. Dank mehrerer Filterfunktionen sollen Anbieter und Nachfrager mit wenigen Klicks im Netz zusammenkommen. Man kann wählen bei Kategorien (z.B. Flüchtlinge, Sport, Computer), Zeiträumen (z.B. ich kann dreimal die Woche vormittags) und Organisationen (z.B. ich möchte was fürs Kinderhospiz tun).

Auf die Idee für das Portal kam Meyenburg, als er vor ein paar Jahren nach einem Auslandsaufenthalt zurück nach Düsseldorf kam und das Gefühl hatte, er müsse sich in seiner Heimatstadt gesellschaftlich engagieren: „Ich habe sicher 15 Organisationen angerufen und meine Hilfe angeboten, aber da gab es viele Hürden, schnell ging da nichts“, sagt er. Jetzt könnten die Zeitspender viel schneller ihre Wünsche und Talente an den richtigen Menschen und Ort bringen. „Gerade erst haben wir eine Computerspezialistin zum Kinderschutzbund vermittelt, sie betreut da jetzt die Website“, berichtet Julia Hafer.

Die Arbeit des seinerseits ehrenamtlich wirkenden Vereins wird durch Fördermitglieder und Sponsoren-Partner finanziert. Die Seriosität wird durch die Stadt beurkundet, Oberbürgermeister Thomas Geisel ist Schirmherr von „Spendezeit“, Stadtdirektor Burkhard Hintzsche attestierte dem Verein am gestrigen Tag des Ehrenamtes einen „hochprofessionellen Auftritt“. Die Stadt wirbt selbst um Ehrenamtler, nach wie vor in der Flüchtlingshilfe und neuerdings verstärkt im Bereich „Volunteering“, wo es um freiwillige Helfer bei großen Sportereignissen wie Tour de France oder Marathon geht. Hintzsche: „Generell wächst ehrenamtliches Engagement in Düsseldorf seit Jahren, wir haben schon mehr als 1700 Ehrenamtskarten ausgegeben.“

In Düsseldorf engagieren sich rund 80 000 Bürger ehrenamtlich, die meisten im sozialen und sportlichen Bereich (Vereine).

Es gibt einige Ehrenamtsbörsen, etwa von Awo, Caritas, Diakonie. Mehr Infos: spendezeit.de duesseldorf.de

© WhatsBroadcast

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