Ein Jahr lang suchte Daniel Fritschi nach einer geeigneten Location, jetzt veranstaltet er dort Klang- und Partynächte.

Ein Jahr lang suchte Daniel Fritschi nach einer geeigneten Location, jetzt veranstaltet er dort Klang- und Partynächte.
Daniel Fritschi lädt am 1. Mai zur Party in seinen neuen Club „Golzheim“ an der Uerdinger Straße. F: JM

Daniel Fritschi lädt am 1. Mai zur Party in seinen neuen Club „Golzheim“ an der Uerdinger Straße. F: JM

Daniel Fritschi lädt am 1. Mai zur Party in seinen neuen Club „Golzheim“ an der Uerdinger Straße. F: JM

Düsseldorf.  Manche Clubs verschwinden und selbst denen, die sie nie besucht haben, wird das Herz schwer. Musikclubs können fürs Leben prägen, weil sie einen auf Soundreisen schicken, die von vorne bis hinten stimmen. In diese Liga gehörten der Ego-Club, der an der Kölner/Erkrather Straße lag, das Unique, einst Bolkerstraße, und das Foyer am Worringer Platz. Keiner der drei Clubs existiert heute mehr und wäre nicht der Salon des Amateurs, müssten die Kenner gehobener elektronischer Musik noch öfter als bisher nach Köln und Berlin fahren.

Jedoch besteht Hoffnung, denn es gibt eine Neuheit in der Düsseldorfer Szene. Daniel Fritschi eröffnet am 1. Mai seinen neuen Club „Golzheim“ in der Theodor-Heuss-Brücke an der Uerdinger Straße 45. Der Raum ist 160 Quadratmeter groß und misst an der höchsten Stelle 5,50 Meter. Parkplätze sind vorhanden, Wohnhäuser liegen weiter weg, außerdem dürfte der Autolärm, der von der Brücke hinabschallt, ohnehin beherrschend sein, jedenfalls außerhalb des Clubs.

Fritschi hat im Ego-Club, den einst Akademiestudenten managten, gelernt, Musik, Licht und Technik zu einem künstlerischen Dreiklang zu verknüpfen. Später zog er ins Foyer, das er aufgeben musste, weil er die Brandschutzauflagen nicht erfüllen konnte. „Ich bin daraufhin die ganze Stadt abgelaufen, um einen neuen Ort zu finden.“

Früher nutzten die Stadtwerke den Raum in der Brücke

Eines Tages stieß er auf den Raum in der Theodor-Heuss-Brücke – mit Natursteinwand, Graffiti aus den 1980er Jahren und Krangerüst. Die Stadtwerke hatten den Raum zur Stromversorgung genutzt, zuletzt stand er leer. Monatelang verhandelte Fritschi mit Stadt und Stadtwerken. Sein Vater, der Architekt Niklaus Fritschi, der unter anderem die Rheinuferpromenade gestaltet hat, half ihm, ein Nutzungskonzept zu fertigen. Irgendwann hielt Daniel Fritschi dann seinen Mietvertrag in Händen, der über drei Jahre läuft und sich automatisch um zwei Jahre verlängert, wenn nicht Stadt oder Stadtwerke Eigenbedarf monieren.

Beim Umbau halfen Freunde, vor allem Tiff Izsa war und sit eine wichtrige Stütze. Das Meiste, soweit möglich, lief in Eigenregie. Deswegen dauerte es bis zur Eröffnung so lange. Und noch immer ist nicht alles erledigt. „Die Bar“, sagt er, „ist noch nicht ganz fertig.“ Trotzdem geht es am 1. Mai los. Unter anderem mit der Live-Performance des südafrikanischen Künstlers Portable/Bodycode. Fritschi setzt auf Veranstaltungen von internationalem Niveau und plant demnächst Ausstellungen.

© WhatsBroadcast

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