Nach der Erneuerung der Fernleitung sind nun auch die Ersatzpflanzungen in der Aaper Schneise abgeschlossen.

Nach der Erneuerung der Fernleitung sind nun auch die Ersatzpflanzungen in der Aaper Schneise abgeschlossen.
Revierförster Jürgen Schulze und Gründezernentin Helga Stulgies zeigten gestern die Neubepflanzungen entlang der Trasse im Aaper Wald, unter der die neuen Rohre für die alte Gasfernleitung gelegt wurden. Die Leitung befindet sich in einem Meter Tiefe unter dem Waldweg (rechts im Bild).

Revierförster Jürgen Schulze und Gründezernentin Helga Stulgies zeigten gestern die Neubepflanzungen entlang der Trasse im Aaper Wald, unter der die neuen Rohre für die alte Gasfernleitung gelegt wurden. Die Leitung befindet sich in einem Meter Tiefe unter dem Waldweg (rechts im Bild).

Melanie Zanin

Revierförster Jürgen Schulze und Gründezernentin Helga Stulgies zeigten gestern die Neubepflanzungen entlang der Trasse im Aaper Wald, unter der die neuen Rohre für die alte Gasfernleitung gelegt wurden. Die Leitung befindet sich in einem Meter Tiefe unter dem Waldweg (rechts im Bild).

Erst waren es die schlimmen Schäden von Sturm Ela im Aaper Wald, die die Bürger bestürzten. Dann sollte zur Unzeit auch noch ein weiterer Kahlschlag folgen: Die Firma Open Grid Europe hatte vor, für die Erneuerung der alten Gasleitung, die hier auf einer 2,6 Kilometer langen Trasse unterirdisch liegt, 599 Bäume in der Aaper Schneise fällen zu lassen. Ausgerechnet. Die Empörung im Dezember 2015 war groß. Nach dem Protest der Bürger und der Diskussion im Rathaus wurde ein weiteres Gutachten eingefordert. Mit dem Resultat, dass im Stadtwald „nur“ noch 444 Bäume für die Bauarbeiten und den Arbeitsbereich gefällt werden mussten. Diese waren im Mai abgeschlossen. Gestern nun lud die Stadt zum Ortstermin. Die Neupflanzungen, zu denen Open Grid Europe verpflichtet worden war, sind gerade abgeschlossen.

48 einzelne Linden und 1365 Sträucher gepflanzt

„Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Gepflanzt wurden vor allem heimische Gehölze wie Wildkirsche, Speierling oder Weißdorn. Als Solitärbäume kamen Winter- und Sommerlinden hinzu. Insgesamt wurden rund 1365 Sträucher und Wildobstgehölze und 48 einzelne Bäume neu in die Erde gesetzt“, erklärte Gründezernentin Helga Stulgies. Als Einzelbäume wurden entlang der Wege, unter denen die Gasleitung in einem Meter Tiefe liegt, Linden gepflanzt. Die Gehölze daneben sollen sich zu mittelgroßen Bäumen entwickeln. „Wir haben die Chance genutzt, unseren Bestand anzureichern“, sagt Stulgies. Die Arbeiten seien in enger Abstimmung mit dem Gartenamt gemacht worden. Zusätzlich hatte die Stadt eine strenge ökologische Baubegleitung verlangt.

Ein unabhängiger Dritter hatte unter anderem darauf geachtet, dass während der Bauarbeiten zwischen „Am Bauenhaus und Fahnenburgstraße“ die vorhandenen Bäume nicht von Baggern beschädigt wurden. Alle besonders zu schützenden Bäume wurden nummeriert. Teilweise mussten die Arbeiten für die Verlegung der neuen Rohre um einzelne Bäume am Wegesrand herum erfolgen. Insgesamt wurde dann in der Phase des Leitungsbaus nur ein weiterer Baum gefällt. Neben der Wiederbepflanzung des Arbeitsstreifens gibt es weitere Ausgleichsmaßnahmen, die in der Genehmigung festgeschrieben wurden. So werden rund 100 alte Biotopbäume im Aaper Wald ausgewiesen und markiert und nicht heimische Waldbestände im Forst in heimische Waldbestände verändert. Diese Kosten trägt ebenfalls die Firma Open Grid Europe.

Aufforstung auch auf dem Truppenübungsplatz

Da nicht alle Ersatzpflanzungen im Stadtwald gemacht werden konnten, wurde bereits am ehemaligen Truppenübungsplatz Gruitersaap ein 1,5 Hektar großes Gelände mit rund 7500 Setzlingen aufgeforstet.

Die Arbeiten zur Erneuerung der Gasfernleitung aus dem Jahr 1930 zwischen Duisburg, Düsseldorf und Köln sind nun abgeschlossen. Sie versorgt rund 120 000 Anschlüsse in Düsseldorf. Peter Ehlen, Projektleiter für den Pipelinebau des Unternehmens, räumte ein, aus dem anfänglichen Protest der Bürger Erfahrungen gesammelt zu haben: „Man lernt aus jedem Projekt.“

Der Bund für Umwelt und Naturschutz hatte sich ebenfalls im Dezember 2015 eingeschaltet. Er hatte kritisiert, dass die Bürgerbeteiligung und Information zum Projekt zu spät erfolgt waren. Generell hatte aber auch der BUND erklärt, dass die Lichtung durch Sturm Ela und durch die Rodung für die Sanierung der Leitung eine Chance sei. Der künftige Baumbestand sei vielfältiger und stabiler, prognostizierten die Umweltschützer.

Helga Stulgies jedenfalls will in zwei Jahren erneut zum Ortstermin einladen, um zu schauen, wie sich die jungen Pflanzen auf dem Streifen neben der Pipelinetrasse entwickelt haben.

© WhatsBroadcast

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