Das nächste große Stadtbahnprojekt kann frühestens 2022 Arena, Lörick und Handweiser verbinden. Politik will Bürger früh einbinden.

Das nächste große Stadtbahnprojekt kann frühestens 2022 Arena, Lörick und Handweiser verbinden. Politik will Bürger früh einbinden.
Schon vor Jahren wurden verschiedene Modelle und Simulationen für eine neue Bahnverbindung von Arena / Messe ins Linksrheinische diskutiert – eine sah 2012 so aus. Fotomontage: Sta/Archiv

Schon vor Jahren wurden verschiedene Modelle und Simulationen für eine neue Bahnverbindung von Arena / Messe ins Linksrheinische diskutiert – eine sah 2012 so aus. Fotomontage: Sta/Archiv

Schon vor Jahren wurden verschiedene Modelle und Simulationen für eine neue Bahnverbindung von Arena / Messe ins Linksrheinische diskutiert – eine sah 2012 so aus. Fotomontage: Sta/Archiv

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Schon vor Jahren wurden verschiedene Modelle und Simulationen für eine neue Bahnverbindung von Arena / Messe ins Linksrheinische diskutiert – eine sah 2012 so aus. Fotomontage: Sta/Archiv

Düsseldorf. Der Bau des ersten Streckenabschnitts der neuen Stadtbahnlinie U81 vom Freiligrathplatz zum Flughafen hat längst noch nicht begonnen, da wurde im Rathaus schon der zweite Abschnitt vorgestellt: Für grob geschätzte 220 Millionen Euro soll eine neue Stadtbahnstrecke von der Haltestelle Arena / Messe Nord über Lörick zum Handweiser geschaffen werden. Allerdings liegt das Projekt noch in weiter Ferne, erst 2020 soll der Bedarfsbeschluss fallen, frühestens anderthalb Jahre später könnte Baustart sein.

Herzstück soll eine Brücke sein, auf der die Bahnen über den Rhein fahren, die aber auch Geh- und Radwege bietet. Eine Machbarkeitsstudie hatte ergeben, dass eine Brückenlösung einem Tunnel vorzuziehen ist, insbesondere aufgrund der geringeren Kosten.

Bei einer gemeinsamen Sitzung des Verkehrsausschusses mit den Bezirksvertretungen 4 (Linksrheinisch) und 5 (Norden) präsentierte Ingo Pähler von der Verkehrsverwaltung weitere Details. Der westliche Ast der neuen U81-Trasse ist insgesamt 4,7 Kilometer lang. Nach der Arena folgen vier neue Haltestellen: „Lörick“ (mit Umsteigemöglichkeit an der bestehenden Haltestelle in die U70, U74, U76), „Willstätterstraße“ (an der Grenze zu Meerbusch), „Böhlerweg“ und „Zülpicher Straße“ (entlang der Kevelaer Straße). Dann führt die Trasse bis zum Knotenpunkt Heerdter Landstraße / Burgunderstraße und schließt dann an die U75 am „Handweiser“ an.

Ärgerpotenzial bietet vor allem der massive Eingriff in die Löricker Rheinlandschaft, Auch wenn die Brücke etwas flacher ausfällt und weiter südlich auf den Deich treffen sollte, als früher einmal geplant. Um die Anwohner milder zu stimmen, könnte die Gleistrasse zudem nördlich am Klärwerk vorbei und per Unterführung unter der Niederlöricker Straße hindurch geführt werden. Verkehrsdezernent Stephan Keller betonte indes, dass nach wie vor verschiedene Varianten von Lage und Höhe der neuen Strecke geprüft würden und dass es noch keinerlei Festlegungen gebe.

Verkehrsclub hält Strecke über Lörick für falsch

Genau darauf pochte auch die Politik unisono. Norbert Czerwinski (Grüne) verlangte eine noch frühere und umfassendere Bürgerbeteiligung. Manfred Neuenhaus (FDP) sagte: „Insgesamt gilt: Diese Linie wäre ein gravierender Pluspunkt für die Lebensqualität in der Stadt. Bei der Planung ist höchste Transparenz und Einbeziehung der Bürger extrem wichtig.“ Auch Martin Volkenrath (SPD) und Andreas Hartnigk (CDU) stellten sich sowohl hinter die neue ÖPNV-Rheinquerung als auch hinter das Versprechen, die Bevölkerung nicht vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Die künftige U81 soll irgendwann einmal Ratingen, den Flughafen, Messe / Arena und das Linksrheinische verbinden.

Zuerst geplant wurde der 1,9 Kilometer lange Ast der U81 vom Freiligrathplatz bis Flughafen. Widerstand in der Bevölkerung gibt es vor allem in Lohausen gegen die vorgesehene hohe Brücke über den Nordstern. Stadtspitze und Rat lehnten aber einen viel teureren Tunnel ab. Der Planfeststellungsbeschluss soll im Mai 2017 vorliegen. Ende 2019 könnte dieser Ast fertig sein.

Die Linke lehnt das Projekt komplett ab und sprach von „Größenwahn“: „Am Ende kostet es mit allen Abschnitten bestimmt eine Milliarde, dafür kommt für Düsseldorf viel zu wenig rum“, sagte Nicki Blanchard. Rolf Tups, Bezirksbürgermeister im Linksrheinischen, lobte dagegen gerade, dass die U81 mit der besseren Anbindung von Neuss, Meerbusch und Krefeld auch gute Regionapolitik sei. Iko Tönjes vom Verkehrsklub wiederum hält die Strecke „über die grüne Wiese in Lörick“ für die falsche, viel mehr Potenzial biete eine Trasse über Seestern und Belsenplatz.

In puncto Finanzierung hofft die Stadt auf eine 90-prozentige Kostenübernahme des Bundes, eine vorläufige Bewertung des Verkehrswertes (Nutzen-Kosten-Faktor 1,35) ergab die Förderfähigkeit.

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