An zwei Standorten sorgt die neue Technik für Verwirrung. Die Stadt klärt auf: Es handelt sich um ein Testprojekt.

Fahrradampel
Eine der Ampeln ist an der Heinrich-Heine-Allee installiert.

Eine der Ampeln ist an der Heinrich-Heine-Allee installiert.

Golsch, Nikolas

Eine der Ampeln ist an der Heinrich-Heine-Allee installiert.

Düsseldorf. Auf den ersten Blick wirkt es, als hätten sich Jugendliche mit der Spraydose ausgetobt. Auf den neuen Fahrradampeln, die den Fahrradweg quer über die Heinrich-Heine-Allee in Höhe des Opernhauses sichern sollen, fehlt das grüne Signal. Stattdessen ist die obere der drei Lampen blau eingefärbt. Wenige Meter weiter gibt es eine zweite Variante der Fahrradampel, hier gibt es gar vier Lampen; die blaue sitzt über den drei üblichen in den Farben Rot, Gelb und Grün.

Zumindest am Donnerstag leuchtete das blaue Licht jedoch gar nicht. Radler blieben irritiert stehen, vor allem an Modellen ohne grüne Leuchte. „Besser mal schauen, ob die Straße frei ist“, sagt ein Zweiradfahrer. Und fragt: „Was soll das?“

Das weiß freilich die Stadt. „Wir wollen erreichen, dass die Fahrradampeln im Straßenverkehr sichtbarer werden“, sagt Patric Stieler, Leiter der Abteilung für Verkehrstechnik im Stadtplanungsamt, auf WZ-Anfrage. Deutlicher als an der Heine-Allee sehe man das an der Friedrichstraße. Auch dort wurde die neue Ampeltechnik installiert und soll Radfahrern, die links abbiegen möchten, signalisieren, wann kein Gegenverkehr mehr kommt. Die blaue Lampe soll, zumindest in der Theorie, durchgängig leuchten und Autofahrern zeigen, dass die Lichtsignale nicht für sie bestimmt sind. Ansonsten handele es sich aber um „ganz normale Ampeln“. Bei der Variante ohne grünes Licht sei die Straße frei, wenn nur noch die blaue Lampe durchgängig leuchtet – wenn sie es denn zukünftig tut.

Momentan befinde sich das Unterfangen noch in der Testphase: „Mit den ersten beiden Anlagen wollen wir ausprobieren, wie die Ampeln im Straßenverkehr wirken“, sagt Stieler. Eine weitere Variante werde derzeit auf dem Bauhof ausprobiert: „Dabei sind die Ampeln nicht mit einem zusätzlichen Lichtsignal ausgestattet, sondern mit einem blauen Schild umrahmt.“

Aus Städten wie Hamburg und Berlin abgeschaut

Abgeschaut hat sich Düsseldorf die Technik bei Städten wie Hamburg und Berlin, die in dieser Hinsicht Vorreiter seien, wie Patric Stieler sagt. In den kommenden Wochen sollen auch an anderen Standorten Ampeln mit blauen Leuchten angebracht werden. Geplant ist das etwa an Karl- und Klever Straße. Informiert habe die Stadt die Zweiradfahrer bislang aber nicht, gesteht Stadtsprecher Michael Buch ein. Möglicherweise solle das in den kommenden Tagen noch geschehen.

Übrigens: Das blaue Ampellicht ist nicht das erste, das in der Landeshauptstadt getestet wird. Offiziell ist auch die Gelbphase an sämtlichen Fußgängerampeln der Stadt nur ein „Test“. Der dauert allerdings schon seit dem Jahr 1953 an. Weil dieses Testprojekt aber nie offiziell beendet wurde, sind mittlerweile alle Düsseldorfer Fußgängerampeln mit gelben Lampen versehen.

 

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