Abgeordnete wollen Komplex an der Haroldstraße für drei Ministerien. Häuser am Hofgarten und Martin-Luther-Platz will man verkaufen.

So sieht der Entwurf für den Ministerien-Komplex mit unterschiedlich hohen Riegelbauten an der Haroldstraße aus. Er ist allerdings noch nicht viel mehr als ein bloßes Planspiel.  Simulation: Nattler Architekten
So sieht der Entwurf für den Ministerien-Komplex mit unterschiedlich hohen Riegelbauten an der Haroldstraße aus. Er ist allerdings noch nicht viel mehr als ein bloßes Planspiel. Simulation: Nattler Architekten

So sieht der Entwurf für den Ministerien-Komplex mit unterschiedlich hohen Riegelbauten an der Haroldstraße aus. Er ist allerdings noch nicht viel mehr als ein bloßes Planspiel. Simulation: Nattler Architekten

Markus Weske (li.), Stefan Engstfeld und Thomas Höxtermann (2.v.r.) stellten den Plan im Rheinturm vor.

Markus Weske (li.), Stefan Engstfeld und Thomas Höxtermann (2.v.r.) stellten den Plan im Rheinturm vor.

Bild 1 von 3

So sieht der Entwurf für den Ministerien-Komplex mit unterschiedlich hohen Riegelbauten an der Haroldstraße aus. Er ist allerdings noch nicht viel mehr als ein bloßes Planspiel. Simulation: Nattler Architekten

Düsseldorf. Seit Jahren wird in Landtagskreisen über ein richtiges, nämlich zusammenhängendes Regierungsviertel am Rhein diskutiert. Doch die zehn Düsseldorfer Abgeordneten von SPD, CDU, Grünen und Piraten plus FDP-Mann Robert Orth bleiben bei dem Thema hartnäckig. Am Donnerstag legten sie hoch oben im Rheinturm erstmals konkrete Pläne vor, wie in ein paar Jahren alle Ministerien rund um den Landtag platziert werden könnten. Kernpunkt ist der Neubau eines großen Gebäudekomplexes auf dem Areal des leerstehenden alten Innenministeriums an der Haroldstraße.

In einem Jahr soll das Polizeipräsidium dorthin umziehen und bis höchstens 2021 bleiben. Dann, so schlägt es der „Elferrat“ vor, wird an der Haroldstraße abgerissen und neu gebaut. Einen architektonischen Vorschlag hat man auch schon parat. Thomas Höxtermanns Entwurf sieht gestaffelte Riegelbauten mit sechs bis acht Geschossen auf einer Fläche von 57 000 Quadratmetern vor. „Das entspricht den Flächen, die derzeit die drei abseits gelegenen Ministerien für Finanzen, Justiz und Umwelt zusammen haben“, sagt Markus Weske (SPD), wobei nicht gesagt sei, dass genau die in den Neubau ziehen müssten.

Der kleinste Riegel am Spee’schen Graben soll 80, der längste zum Rhein hin 160 Meter lang sein. Wichtiger ist den Politikern und dem Architekten, dass die Flächen flexibel aufteilbar sind, heißt: Die Ministerien können wachsen oder schrumpfen. Ein Komplex für drei Ministerien schaffe Synergieeffekte, „man braucht zum Beispiel nur eine Haustechnik oder eine Kantine“, sagt Höxtermann.

Was der Neubau kostet, ist unklar, Höxtermann nennt 100 Millionen Euro als „sehr grobe Schätzung“. Ob er realisiert wird, hängt von der Landesregierung und von der Stadt ab. Erstere muss den Neubau im Grundsatz billigen, während das Rathaus die Planungshoheit hat, ergo auch über die Architektur befindet. Deshalb wollen die Landtagspolitiker ihre Ratskollegen auch schnell über das Konzept informieren. „Es geht nicht darum, der Stadt einen vorzusetzen, sondern wir wollen das Thema endlich voranbringen“, sagt Stefan Engstfeld (Grüne). OB Geisel habe man stets eingebunden, er begrüße die Pläne im Prinzip.

Eine Chance hat das Regierungsviertel aber nur, wenn es gelingt, das Finanzministerium am Hofgarten und das altehrwürdige Justizministerium am Martin Luther-Platz (Weske: „Zwei Sahnestücke“) zu verkaufen. Mit dem Geld sowie eingesparten Mieten (fürs Umweltministerium an der Schwannstraße etwa sind pro Jahr 4,1 Millionen Euro fällig) soll der Neubau bezahlt werden. Und dann ist da ja noch die Staatskanzlei im Stadttor (Jahresmiete: 3,5 Mio. Euro). Der Mietvertrag läuft bis 2029, wo der oder die Ministerpräsident(in) danach residiert, ist ebenfalls offen.

Politiker fordern seit Jahren eine engere Konzentration aller Ministerien rund um Landtag und Staatskanzlei. Die räumliche Nähe von Parlament und Regierung spiele eine große Rolle, sei aber – etwa bei Sitzungen des Finanzausschusses – aufgrund abseits gelegener Ministerien nicht gegeben.

 

 Der Vorschlag sieht in dem Komplex (zum Teil begrünte) Innenhöfe als Verbindung vor. Oben soll eine Besucherterrasse öffentlich zugänglich sein, in einer Tiefgarage sind rund 1000 Parkplätze vorgesehen. So könnte auch das ungeliebte Parkhaus an der Moselstraße wegfallen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer