Durch das Wildschwein-Gehege wuseln 20 Frischlinge. Beim Muffelwild ist vor drei Wochen das erste Lamm zur Welt gekommen.

Tiere
Die Frischlinge im Wildschweingehege sind gerade einmal vier Wochen alt.

Die Frischlinge im Wildschweingehege sind gerade einmal vier Wochen alt.

Auch beim Muffelwild gab’s Nachwuchs.

Auch beim Muffelwild gab’s Nachwuchs.

Judith Michaelis, Bild 1 von 3

Die Frischlinge im Wildschweingehege sind gerade einmal vier Wochen alt.

Düsseldorf. Wen stört schon so ein bisschen Wind und Graupel, wenn es was Feines zu fressen gibt? Nun ja, die Rothirsche scheinen tatsächlich miese Laune zu haben. Das liegt allerdings nicht am Wetter. „Das Rotwild hat gerade sein Geweih abgeworfen und ist deshalb ziemlich deprimiert“, sagt Vorhandwerker Björn Porsche. Dafür lassen sich die 20 Frischlinge im Wildschweingehege des Wildparks durch nichts die Stimmung verderben. Als Porsche der Rotte einen Eimer eingeweichtes Brot ins Gehege kippt, ist auch der gestreifte Nachwuchs schnell zur Stelle.

Vor rund einem Monat erblickte der erste Wurf das Licht der Welt, danach trudelten nach und nach die anderen ein. Mittlerweile sind die Jungen aus dem Gröbsten raus. „Nur einer hängt noch ein bisschen zurück“, sagt Porsche und deutet auf einen kleinen Kerl, der deutlich zarter gebaut ist als seine „Geschwister“. Dies sei aber kein Grund zur Sorge. Zumal die Leitbache den Frischling adoptiert und unter ihre Fittiche genommen habe.

Keiler Dickie wurde mit der Hand aufgezogen

Einer der drei Keiler nähert sich Porsche. Er wird von den Mitarbeitern Dickie genannt. Weil Dickie mit der Hand aufgezogen wurde, hat er keine Scheu vor Menschen, sucht sogar den Kontakt. „Wir versuchen gerade, ihm das abzugewöhnen“, sagt Porsche, der Dickie geflissentlich ignoriert. Keiler Obi sei da ganz anders. Der „Opa“ im Gehege ist bereits 16 Jahre – und damit uralt. „Das ist wirklich selten.“

Nach einer Stippvisite im Wildschweingehege schaut Porsche noch beim Muffelwild vorbei. Auch das hat Nachwuchs bekommen. Drei Wochen alt ist das älteste Lamm. Allerdings gibt es noch einen Nachzügler, der im September geboren wurde und kaum größer als der drei Wochen alte Gefährte ist. „Das Lamm hatte vor dem Winter nicht mehr genügend Zeit, Muskelmasse aufzubauen“, sagt Porsche, der das Tier mit Kraftfutter durch die kalte Jahreszeit gebracht hat.

Er rechnet damit, dass die letzten Muffellämmer bald das Licht der Welt erblicken. Mit etwas Glück können auch die Besucher einen Blick auf den Nachwuchs erhaschen. Seit das Wild auf einem extra angelegten Felsblock in der Nähe der Besucher gefüttert werde, sei es deutlich zutraulicher geworden. Einen besseren Blick auf die Rotte haben die Besucher auch im Wildschweingehege, wo die Mitarbeiter eine Aussichtsplattform gebaut haben.

Die Damen können raus- und reingehen wie sie wollen

Der Wildpark im Grafenberger Wald, Rennbahnstraße 60, ist bis zum 30. September täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Im Wildpark gibt es keine Futterspender, Besucher müssen das „Tierfutter“ selbst mitbringen. Björn Porsche bittet um der Gesundheit der Tiere willen darum, sich dabei an die Vorschriften zu halten. Verfüttert werden dürfen Äpfel, Birnen, Kartoffeln, Kohlrabi, Haselnüsse, Walnüsse, Eicheln und Kastanien. Tabu sind Lebensmittel-Abfälle und Nudeln.

Außerdem ist das Damwild-Freigehege nun das ganze Jahre über geöffnet. Um zu vermeiden, dass sich Mensch und Tier ins Gehege kommen, die Hirsche in der Brunftzeit „ihre Damen gegen die Menschen verteidigen“, hat der Wildpark den Tieren zusätzlich ein Hochzeitsgatter eingerichtet. Einmal drin, kommen die Hirsche nicht mehr raus. Wegen ihres großen Geweihs passen sie nicht durch den Eingang. Die Damen können dagegen raus- und reingehen wie sie wollen. Nachwuchs wird im Gehege erst im Juni erwartet.

© WhatsBroadcast

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