Die Düsseldorfer Malteser Antoinette Mirbach-Harff und Klaus Ringleb müssen sich erst wieder an den Alltag gewöhnen.

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Froh, wieder daheim zu sein: Klaus Ringleb und Antoinette Mirbach-Harff.

Froh, wieder daheim zu sein: Klaus Ringleb und Antoinette Mirbach-Harff.

Bernd Schaller

Froh, wieder daheim zu sein: Klaus Ringleb und Antoinette Mirbach-Harff.

Düsseldorf. Ihren 26. Geburtstag hat Antoinette Mirbach-Harff nicht gefeiert. Das war ihr erster Tag als Hebamme in Leogane, Haiti. Sie musste sich erst zurecht finden. "Alles ist dort zerstört. Intakte Häuser sind die absolute Ausnahme", berichtet die Düsseldorfer Malteserin. Am Mittwochabend kehrte sie aus ihrem vierwöchigen ehrenamtlichen Einsatz zurück, zusammen mit dem Techniker Klaus Ringleb, der für die Organisation des Hilfs-Camps zuständig war.

Austausch mit Daheimgebliebenen war nur per SMS möglich

Für den 58-Jährigen war es der 13. ehrenamtliche Auslandseinsatz. "Aber ich bin immer wieder froh, wenn ich sicher zurückkomme", lächelt er. Seine Frau, die ihn mit Blumen vom Flughafen abholt, lächelt zurück. "Man kommt mit anderen Gedanken und diesen ganzen Bildern aus Haiti wieder und muss sich an den Alltag hier erst wieder gewöhnen." Seine Kollegin stimmt ihm zu: "Es ist für mich komisch, den Wasserhahn auf zu drehen und zu sehen, dass tatsächlich sofort Wasser herausfließt."

Denn auch knapp zwei Monate nach dem schweren Erdbeben am 13. Januar kann man in Haiti noch nicht von Normalität sprechen. "Die Menschen haben sich zwar in gewissem Maß an die Situation gewöhnt, aber es ist alles noch sehr chaotisch", berichtet die Hebamme. Sie konnte sich nur per SMS mit den Daheimgebliebenen in Düsseldorf austauschen. Ringleb fügt hinzu: "Es gibt immer noch Nachbeben, dann laufen die Menschen in Panik auf die Straße." Die Einwohner haben Angst vor der nun beginnenden Regenzeit, viele haben kein Dach über dem Kopf "und rennen den Hilfsorganisationen die Türen ein", sagt er.

Die Eltern haben ihr Kind "Malte" genannt - nach den Maltesern

Ihn haben besonders die Kinder mitgenommen, die durch die Naturkatastrophe ihre Eltern verloren haben. "Wir konnten zwar vielen helfen, aber das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein", glaubt der Malteser.

Doch es gab auch immer wieder Lichtblicke. Beispielsweise dann, wenn Antoinette Mirbach-Harff Kindern auf die Welt half: "Sehr emotionale, schöne Momente waren das." Besonders, als ein Elternpaar sagte, dass ihr Kind den Namen "Malte" tragen solle - nach den deutschen Maltesern.

Die junge Frau sagt im Nachhinein: "Ich hatte schon ein bisschen Angst, das ganze Leid zu sehen." Es war ihre erster Katastropheneinsatz. "Aber die Menschen haben uns so herzlich und dankbar aufgenommen, dass ich einfach nur froh war, helfen zu können."

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