Weit über zwei Millionen Menschen haben den Stand der Stadt in Shanghai besucht. Nun müssen sich die Kontakte auszahlen.

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Der Düsseldorf-Pavillon auf der Expo in Shanghai: 11.000 Besucher kamen täglich im Durchschnitt.

Der Düsseldorf-Pavillon auf der Expo in Shanghai: 11.000 Besucher kamen täglich im Durchschnitt.

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Der Düsseldorf-Pavillon auf der Expo in Shanghai: 11.000 Besucher kamen täglich im Durchschnitt.

Düsseldorf. Superlative aus Shanghai: 2.064.986 Besucher haben den Düsseldorf-Pavillon bei der Expo besucht. 23.800 Menschen kamen alleine am 13. Juni zum "Tag der Düsseldorfer Kultur".

An anderen Spitzentagen strömten sogar deutlich über 30.000 Interessenten auf den 400 Quadratmeter großen Stand der Landeshauptstadt - nicht selten bei 45 Grad Celsius. "Unsere Erwartungen sind bei weitem übertroffen worden", resümiert Oberbürgermeister Dirk Elbers.

"Wir sind nachhaltig in China in die Köpfe und in die Herzen gekommen."

Wilfried Kruse, Wirtschaftsförderer

Doch was hat es Düsseldorf gebracht, was ist hängen geblieben? Zählbares - oder sich später Auszahlendes. "Wir konnten viele Kontakte knüpfen, den Bekanntheitsgrad Düsseldorfs in China steigern und die Attraktivität der Stadt als internationaler Wirtschaftsstandort deutlich machen", sagt Elbers. Gespräche mit potenziellen Investoren seien vielversprechend geführt worden.

Wirtschaftsförderer Wilfried Kruse glaubt sogar: "Wir sind nachhaltig in China in die Köpfe und in die Herzen gekommen." Er habe die Hoffnung, dass Firmen, die sich in Deutschland niederlassen wollen, "als Erstes nach Düsseldorf kommen".

Um das "kleine Düsseldorf" (Elbers) zu einer für chinesische Verhältnisse halbwegs vergleichbaren Dimension zu verhelfen, habe man allerdings die Stadtgrenzen verlassen müssen. Die NRW-Metropole bekomme in chinesischen Wirtschaftskreisen laut Kruse erst als "Mittelpunkt der Rhein-Ruhr-Region" mit 11,5 Millionen Menschen ein ernst zu nehmendes Gewicht.

Rund 300 Firmen aus China sind in der Landeshauptstadt tätig. die Branchen: Telekommunikation, Metall und Maschinenbau.

Über 2000 Chinesen leben und arbeiten in Düsseldorf. In ganz NRW sind es 20.000.

Am Görres-Gymnasium gibt es einen Austausch und eine Chinesisch AG, bei der es nicht nur um Sprache geht, sondern auch die kulturellen Unterschiede.

Eigentlich sollte heute das Chinafest des Landes NRW in diesem Jahr in Düsseldorf stattfinden. Es war jedoch abgesagt worden, weil eine Chinesin aus Düsseldorf unter den Todesopfern der Loveparade war. Ein Nachholtermin für 2011 steht noch nicht fest. OB Dirk Elbers: "Ich gehe davon aus, dass die Stadt Düsseldorf das alleine machen wird."

Laut Uwe Kerkmann, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, wurden bereits die ersten konkreten Gespräche mit Unternehmen geführt, die sich womöglich niederlassen wollen. "Wir stehen dabei allerdings im Wettbewerb mit vielen Firmen aus dem gesamten europäischen Raum." Namen will er deshalb jetzt noch nicht nennen.

Telekommunikationsbranche aus China liebäugelt mit Düsseldorf

Insbesondere die Telekommunikationsbranche liebäugele mit der Landeshauptstadt. Hardware, Software, Elektronik, Hausgeräte und Konsumgüter aus China könnten ebenfalls demnächst hier ihre Abnehmer finden. Auch zur Niederlassung von Vertriebsbüros am Rhein sei Interesse aus Asien signalisiert worden.

Kerkmann führt das Interesse darauf zurück, dass aufgrund des Auftritts mit zahlreichen Präsentationen auch abseits des Expo-Geländes "eine gute internationale Position erarbeitet" wurde. "Das hat die Firmen beeindruckt."

Elbers glaubt sogar jetzt schon an ein menschliche Komponente durch Kontakte bei Boots-Touren und Abendessen in lockerer Atmosphäre. "Das unterstreicht das Miteinander, nicht nur das harte Geschäft."

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