Der Rhein ist in den vergangenen Tagen schnell gestiegen. Der Pegel steigt Tag für Tag rasant, der Schiffsverkehr könnte am Wochenende eingestellt werden.

Der Pegel steigt Tag für Tag rasant, der Schiffsverkehr könnte am Wochenende eingestellt werden.
Kein Fährdienst bei steigendem Rheinpegel: In Urdenbach musste der Fährverkehr gestern eingestellt werden.

Kein Fährdienst bei steigendem Rheinpegel: In Urdenbach musste der Fährverkehr gestern eingestellt werden.

Judith Michaelis

Kein Fährdienst bei steigendem Rheinpegel: In Urdenbach musste der Fährverkehr gestern eingestellt werden.

Düsseldorf. Als Wolfgang Jansen am Montag aus dem Urlaub kam, sagte ihm sein Bauch schon, dass das keine gute Woche für den Fährverkehr zwischen Urdenbach und Zons wird. „Der Rhein steigt so schnell, wir brauchen eigentlich gar nicht aufmachen“, sagte der Betreiber der Fähre zu seinem Sohn. Die beiden starteten dann doch, hatten am Dienstag auch noch gut zu tun, am Mittwoch 13 Uhr war dann aber Schluss. In der Urdenbacher Kämpe stand schon das Wasser, die Stadt sperrte sie deshalb, und damit war auch Fährefahren nicht mehr machbar. Rund 150 bis 180 Berufspendler nutzen die Verbindung übers Wasser auch im Winter, sagt Jansen. Die Kollegen im Düsseldorfer Norden, auf der Strecke zwischen Kaiserswerth und Meerbusch, haben aktuell keine Sorgen wegen des Hochwassers, dort sind noch bis Februar Betriebsferien.

Der Rhein ist in den vergangenen Tagen schnell gestiegen. Bis Silvester dümpelte er um vier Meter, mit dem neuen Jahr aber ging die Kurve steil nach oben, um bis zu 93 Zentimeter innerhalb von 24 Stunden. Gestern Mittag passierte er dann die Sechs-Meter-Marke, bis zum nächsten signifikanten Wert wird es nicht lange dauern. Für Freitagnachmittag rechnen die Experten mit einem Pegelstand zwischen 6,93 und 7,36 Meter. Die Stadt schliesst heute die Auslassschieber der Düssel in der Altstadt, um zu verhindern, dass noch mehr Wasser in den Rhein fließt.

Fährbetreiber Jansen geht davon aus, dass er frühestens Ende nächster Woche wieder übersetzen kann. Das deckt sich mit den Einschätzungen des Hochwassermeldezentrums, das wegen der Pegelstände nun besetzt ist. Vom Oberrhein komme die nächste Welle, auch aus der Mosel sei mit einem großen Zustrom zu rechnen, erklärte Margret Johst vom Hochwassermeldedienst.

Die erste kritische Marke beträgt in Düsseldorf 7,10 Meter - das ist die Höhe, bei der ufernahe Bereiche, zum Beispiel Radwege am Rhein, unter Wasser geraten. Ab diesem Wert müssen die Kapitäne erste Einschränkungen hinnehmen und dann in der Flussmitte fahren, um in den Uferbereichen keine Schäden anzurichten. Zudem müssen sie langsamer fahren und mit Sprechfunk ausgerüstet sein, damit sie erreichbar sind, wenn sie gegen eine der genannten Regeln verstoßen und die Wasserschutzpolizei Kontakt zu ihnen aufnehmen will. Der Parkplatz am Unteren Werft wird daher bereits ab einer Pegelhöhe von 7,50 Metern geschlossen und geräumt, ab 8,20 Metern wird das Untere Werft überflutet.

Die letzte Marke heißt „höchster Schifffahrtswasserstand“ und beträgt in Düsseldorf 8,80 Meter. Er bedeutet, dass die Schifffahrt eingestellt werden muss. Und dieser Punkt könnte in diesem Winter tatsächlich mal wieder erreicht werden. „Der Pegel wird am Wochenende noch einmal steigen. Das kann noch einen Meter höher gehen, das können sogar an die neun Meter werden“, sagt Margret Johst vom Hochwassermeldedienst.

Die absoluten Spitzenwerte werden aber aller Voraussicht nach nicht erreicht. Der höchste in Düsseldorf bekannte Wasserstand stammt vom 2. Januar 1926. Damals wurden 11,10 Meter registriert.

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