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Düsseldorf (dpa). Ein mutmaßlicher Serienkiller steht von diesem Dienstag an in Düsseldorf vor Gericht. Der verurteilte Mörder soll im Juli vergangenen Jahres in der Landeshauptstadt einer 52-jährigen Frau zunächst den Schädel zertrümmert und sie dann mit 38 Messerstichen umgebracht haben. Nach einem Sexualmord an einem achtjährigen Mädchen hatte der 37-Jährige sieben Jahre Jugendhaft verbüßt. Außerdem ermittelte die Polizei wegen zwei weiterer Morde in Hamburg und Berlin gegen den Obdachlosen. Er selbst schweigt zu den Vorwürfen.

Weil er einer minderjährigen Prostituierten gegen deren Willen Heroin gespritzt hatte, war er zwischenzeitlich zu weiteren fast drei Jahren Haft wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden.

Der Angeklagte hatte sich nach der Tat an der 52-Jährigen am 4. Juli in Düsseldorf nach Hamburg abgesetzt. Die Ermittler fanden in der Wohnung der Frau seine Fingerabdrücke und DNA-Spuren. Weil er wenige Tage später betrunken auf der Hamburger Reeperbahn eine Schaufensterscheibe eingetreten hatte, konnte er schnell ermittelt und festgenommen werden.

Die Ankläger wollen gegen den 37-Jährigen, der früher als Schausteller-Gehilfe auf Rummelplätzen arbeitete, dauerhaft aus dem Verkehr ziehen und gegen ihn die Sicherungsverwahrung erwirken. Er sei eine Gefahr für die Allgemeinheit und habe einen Hang zu erheblichen Gewalttaten.

Im Düsseldorfer Fall ist der 37-Jährige wegen Totschlags angeklagt. Das Motiv ist für die Ermittler weiterhin unklar. Offenbar hatte er der Frau einen Deckenventilator montiert und war zum Dank von ihr zum Essen eingeladen worden. Dabei soll es dann zu der Bluttat gekommen sein.

Um das Verbrechen zu vertuschen, soll er die Leiche des Opfers in Tücher eingewickelt und eine Tür der Wohnung gegen den Verwesungsgeruch mit Klebeband abgedichtet haben. Das Geschirr war zum Abtransport bereitgestellt. Vermutlich wegen eines anderen Polizeieinsatzes in dem Haus sei der 37-Jährige dann aber Hals über Kopf getürmt, berichtete Staatsanwalt Christoph Kumpa.

Die Leiche der Frau war in dem Wohnblock entdeckt worden, nachdem eine Nachbarin auf den Leichengeruch aus dem Ein-Zimmer-Appartement aufmerksam geworden war. Anfang Juli war die allein und zurückgezogen lebende Frau zuletzt in einem Supermarkt gesehen worden.