Der 48-Jährige hatte am Bahnhof auf zwei Menschen eingestochen und sie schwer verletzt.

Düsseldorf. Ein mutmaßlich psychisch kranker Messerstecher steht seit Dienstag wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung vor Gericht. Der 48-Jährige hatte am frühen Morgen des 20. Juni 2009 gegen halb eins mit einem Klappmesser zunächst einer 27-Jährigen ins Gesicht und dann auf einen 42-Jährigen eingestochen.

Was sich in jener Nacht am Bahnsteig 12 des Hauptbahnhofes ereignete, schildern die Beteiligten ganz unterschiedlich. Die 27-jährige Frau berichtete, dass der 48-jährige Beschuldigte einen Bettler rüde zurückgewiesen und sie sich darauf eingeklinkt habe mit den Worten: "Lass ihn in Ruhe!" Daraufhin habe der Mann ein Messer gezückt und in ihr Gesicht gestochen.

Der Bekannte ging dazwischen und wurde lebensbedrohlich verwundet

Ihr 42-jähriger Bekannter bekam dies mit, hatte aber das Messer nicht gesehen. Deswegen bewegte er sich auf den Angreifer zu und rief: "Frauen schlägt man nicht!" Da ging der Mann mit dem Messer auch auf ihn los und brachte dem 42-Jährigen neben einem lebensbedrohlichen Stich in den Magen auch Stiche und Schnitte am Hals und im Gesicht bei. In einer Notoperation konnte das Leben des 42-Jährigen gerettet werden. Er trägt aber Narben im Gesicht davon.

Der Beschuldigte erzählte bei seiner Vernehmung durch die Polizei eine andere Geschichte: "Ich bin angegriffen worden." Der Mann und die Frau hätten ihn angeblich mit einem Dealer verwechselt und ihn penetrant um Rauschgift gebeten. Er habe sich bedrängt gefühlt und nur deswegen das Messer gezückt. Außerdem habe er extra nur in Weichteile geschnitten, um keinen ernsthaft zu verletzen. Er sagte: "Ich kann normalerweise mit Bedrohungen sehr gut umgehen, außer an bestimmten Orten wie dem Flughafen, dem Bahnhof oder im Karstadt."

Die Staatsanwaltschaft geht aber davon aus, dass die Version der Geschädigten stimmt, stützt sich dabei auch auf die Aussagen weiterer Zeugen sowie auf die Aufnahmen der Überwachungskameras. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Messerstechers fanden Polizisten etliche Tränengas-Waffen sowie mehr als 600 Schuss Munition. Als er kurz nach der Tat festgenommen wurde, trug er ebenfalls Tränengas-Munition bei sich.

Der 48-Jährige soll zum Zeitpunkt der Tat an einer paranoiden Störung gelitten haben. Ob er schuldunfähig ist und, statt ins Gefängnis, zunächst in eine Psychiatrische Klinik kommt, müssen jetzt Gutachter klären.

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