Der „Kling Kling“-Rundgang stellt die aktuelle Düsseldorfer Musikszene aus verschiedenen Perspektiven vor.

Stadtmitte
Miguel Passarge (r.) lässt die Besucher durch den Backstagebereich im Zakk auf die Bühne treten und erklärt die Abläufe.

Miguel Passarge (r.) lässt die Besucher durch den Backstagebereich im Zakk auf die Bühne treten und erklärt die Abläufe.

Sergej Lepke

Miguel Passarge (r.) lässt die Besucher durch den Backstagebereich im Zakk auf die Bühne treten und erklärt die Abläufe.

Düsseldorf. Auf den Stadtführungen des Blogs „They call it Klein Paris“ von Journalistin Alexandra Wehrmann sollen bei unterschiedlichen Schwerpunkten engagierte Menschen in der Stadt vorgestellt werden und zu Wort kommen. Mal ist ein bestimmter Stadtteil im Fokus, mal auch bestimmte Themen. Gestern war Musik das Thema einer solchen Führung. Doch auch wenn man bei Düsseldorfer Musik schnell an Kraftwerk oder die Toten Hosen denkt, sollte es gerade nicht um die Geschichte dieser Bands gehen. Stattdessen wurde die aktuelle, lebendige Musikszene behandelt, die sich im Schatten der weltberühmten Bands entwickelte. So führte der Rundgang durch verschiedene Stationen, die alle für eine andere Facette der Musikszene exemplarisch sind. Wie bei Wehrmanns Rundgängen üblich, werden bei den verschiedenen Standorten Personen aus der lokalen Szene getroffen, die Anekdoten erzählen und Fragen aus dem engagierten Publikum beantworten.

Kurzes Straßenkonzert bringt die Besucher in Schwung

Passend zum Thema wurden bei diesem Rundgang aber nicht nur Anekdoten erzählt, sondern es wurde auch zu den Instrumenten gegriffen. Die Hip-Hop-Band „Magerquark“ gaben ein kleines Akustikkonzert mitten auf der Kölner Straße. Auch wenn die Besucher sich auf offener Straße nicht zu tanzen trauten, und eine passierende Anwohnerin empört darüber war, dass vor ihrer Haustür Musik gespielt wurde, war die Stimmung sehr gut. Der Großteil der diversen Gruppe mit großer Altersbandbreite wusste mit der Mischung aus akustischer Gitarrenmusik und Rap etwas anzufangen. Dass diese Gruppe so bunt ist, macht für den 47-jährigen Uli Keßlau, der seit zwei Jahren in Düsseldorf lebt und nun zum ersten Mal an der Führung teilnimmt, mit den Reiz aus: „Für einen Zugezogenen ist es interessant zu sehen, was es hier für Kulturen und Szenen gibt. Es gibt eben doch ein Düsseldorf zwischen Kö und Altstadt.“

Nicht nur Musiker selbst werden interviewt, sondern auch Menschen, die im Hintergrund die Szene mitprägen. Neben dem Konzertplaner Miguel Passarge, der für das fast tägliche Programm im Zakk verantwortlich ist, führte der Rundgang zu Unique Records, einem nun 30 Jahre alten Musiklabel, das von Gründer Henry Storch noch als Schüler ins Leben gerufen wurde. Er und sein Schulfreund wollten einer Band unter die Arme greifen, die niemand unter Vertrag nehmen wollte. Ohne viel Erfahrung haben sie dann selbst Presswerke kontaktiert und Konzerte organisiert, woraus sich das Label entwickelte.

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