Die Symphoniker und Star-Trompeter Pacho Flores gaben unter Anleitung von Alexandre Block ihr Neujahrskonzert.

Beim Neujahrskonzert: Die Düsseldorfer Symphoniker unter der Leitung von Andre Bloch (r.) mit dem Trompeter Pacho Flores.
Beim Neujahrskonzert: Die Düsseldorfer Symphoniker unter der Leitung von Andre Bloch (r.) mit dem Trompeter Pacho Flores.

Beim Neujahrskonzert: Die Düsseldorfer Symphoniker unter der Leitung von Andre Bloch (r.) mit dem Trompeter Pacho Flores.

Jasper Möslein

Beim Neujahrskonzert: Die Düsseldorfer Symphoniker unter der Leitung von Andre Bloch (r.) mit dem Trompeter Pacho Flores.

Düsseldorf. Schmissige Musik aus Lateinamerika heizte beim Neujahrskonzert in der Tonhalle ein. Unter der Leitung des Junior-Chefdirigenten Alexandre Bloch spielten die Düsseldorfer Symphoniker Tänze und Tangos von Alberto Ginastera, Heitor Villa-Lobos, Astor Piazzolla und anderen Komponisten des amerikanischen Südens. Gaststar war der aus Venezuela stammende Trompeten-Virtuose Pacho Flores, der unter anderem ein eigenes Stück für Trompete und Orchester vorstellte.

Flores, Jahrgang 1981, ist aus Venezuelas musikalischem Förderungsprogramm der Kinder- und Jugendorchester El Sistéma hervorgegangen und gewann mittlerweile internationale Auszeichnungen wie den 1. Preis beim renommierten Maurice-André-Wettbewerb. Sechs verschieden gestimmte Trompeten hatte Flores mitgebracht, um für jedes Stück die richtige Klangfarbe zu entwickeln. Apropos Farbe: Am Sonntag geziemte sich ausnahmsweise eine indiskrete Frage: Dirigent Bloch wollte wissen, welche Farbe die Unterhose des Trompeters hat, in der sich dann auch erfüllenden Erwartung, die Antwort würde „Gelb“ lautet. DeFnn in Flores’ Heimat gilt das Tragen eines solchen Wäschestücks als Glücksbringer.

Optimistisch stimmte die ganze Matinée, denn die südamerikanischen Stücke besaßen größtenteils heiteren Charakter und haben gewissermaßen die Sonne eingefangen. Und die Bravour des Trompetenspiels setzte dem Ganzen noch akustische Glanzlichter auf. Flores’ Spiel klingt ungemein mühelos, besitzt aber auch einen wunderbar weichen Sound, der vor allem die lyrischen Stellen in ein goldenes Licht taucht.

Ein sonniges Gemüt zeigte nicht nur der Trompeter, sondern auch das Orchester unter der Leitung des gut gelaunt auftretenden Dirigenten. Ob Piazzollas „Libertango“ oder ein Danzón des Kubaners Arturo Márquez (geb. 1950) - alles besaß Saft und Kraft. Bloch hat daran gewiss großen Anteil, denn er besitzt enorme Suggestivkraft. Das zeigte sich auch am Schluss, als das Publikum im Mambo aus Leonard Bernsteins „West Side Story“ den zackigen Ruf „Mambo!“ selber zu skandieren hatte. Bloch gab sich lange nicht zufrieden mit dem Zackigkeitsgrad der vokalen Leistung, ja er hieß die Besucher im ausverkauften Saal gar aufzustehen. Der junge Kapellmeister tat dies mit der energischen Armbewegung der Pult-Autorität. Und die Überzeugungsfähigkeit wird seit Blochs Amtsantritt auch immer wieder am engagierten Spiel der Symphoniker hörbar. Eine gute Voraussetzung für ein spannendes Musikjahr 2017.

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