Ex-Capitol-Chefin Andrea Friedrichs und eine Spedition streiten sich vor dem Landgericht.

Bei der Elisabeth-Premiere in Essen hatte es für die technische Abnahme der Hebebühne nicht mehr gereicht.
Bei der Elisabeth-Premiere in Essen hatte es für die technische Abnahme der Hebebühne nicht mehr gereicht.

Bei der Elisabeth-Premiere in Essen hatte es für die technische Abnahme der Hebebühne nicht mehr gereicht.

Georg Wendt/dpa

Bei der Elisabeth-Premiere in Essen hatte es für die technische Abnahme der Hebebühne nicht mehr gereicht.

Düsseldorf. Jahrelang war Andrea Friedrichs Geschäftsführerin im Capitol. Inzwischen hat sich die Musical-Expertin mit erfolgreichen Tournee-Produktionen selbstständig gemacht, die sie auch in China auf die Bühne zaubert. Die Premiere des Musicals „Eisabeth“ in Essen wäre im vergangenen Jahr fast ohne Happy-End geblieben. Denn die 15 Container mit allen Kostümen und der kompletten Bühnenausstattung kamen nach einer Irrfahrt rund um die Welt fast zu spät ans Ziel. Um die Kosten streitet sich Andrea Friedrichs jetzt in einem Prozess vor dem Landgericht mit der Spedition.

Am 25. Februar hatte Elisabeth Premiere, schon vier Tage vorher stand das gesamte Team bereit, um die aufwändige Produktion aufzubauen. Das Problem: Es gab nichts zu tun, von den Containern fehlte jede Spur. Die Spedition behauptet, dass die Container bereits in Schanghai zu spät eingeladen wurden, weil Papiere fehlten. „Wer da Schuld hatte, das kann ich nicht nachprüfen“ , erklärt die Musical-Produzentin.

Um die Transporzeit abzukürzen, wurde beschlossen, dass die Container in Gibraltar und nicht erst wie geplant in Rotterdam ausgeladen werden sollen: „Der Transport mit Lastwagen sollte angeblich schneller gehen.“ Über GPS-Sender konnte Andrea Friedrichs verfolgen, wie die heiß ersehnte Frachte auf die Halbinsel zu schipperte, um dann wegen eines heftigen Sturms wieder abzudrehen.

Lastwagen hingen 30 Stunden lang in Frankreich fest

Als die Container endlich umgeladen waren, stoppte die Lkw-Kolonne plötzlich an der französischen Grenze. 30 Stunden lang, denn die Spedition hatte keine Ausnahme-Genehmigung für Wochenend-Verkehr in Frankreich eingeholt. Zumindest da sieht der Richter ein Versäumnis der Firma.

Mit zwei Tagen Verspätung kam „Elisabeth“ dann doch noch an. Die Hebebühne, auf der Sissi schwebt, stand bei der Premiere still, weil sie vom Tüv nicht mehr abgenommen werden konnte. „Uns sind bis zu 200 000 Euro Schaden entstanden. Allein die Änderung der Reiseroute hat enorm viele Zusatzkosten verursacht,“ sagt die Musical-Produzentin. Das Problem: Die Spedition hatte Vorkasse verlangt. 80 Prozent musste Andrea Friedrichs schon vorstrecken. Die Firma wiederum versucht, die noch restliche noch offene Rechnung von 20 000 Euro einzuklagen. Der Prozess wird fortgesetzt.

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