Autos sollen weitgehend raus aus der Altstadt-Achse. Die Pläne sehen zudem breite Gehwege und mehr Außengastronomie vor.

Autos sollen weitgehend raus aus der Altstadt-Achse. Die Pläne sehen zudem breite Gehwege und mehr Außengastronomie vor.
So könnte die Mühlenstraße zukünftig aussehen: Links geht der Blick vom Grabbe- in Richtung Burgplatz,...

So könnte die Mühlenstraße zukünftig aussehen: Links geht der Blick vom Grabbe- in Richtung Burgplatz,...

...rechts umgekehrt von Westen nach Osten

So sehen die „Public Parklets“ in Vancouver aus. Auch an der Mühlenstraße sollen sie zum Verweilen einladen.

Verkehrsführung Andreasquartier

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So könnte die Mühlenstraße zukünftig aussehen: Links geht der Blick vom Grabbe- in Richtung Burgplatz,...

Düsseldorf-Altstadt. Die Mühlenstraße soll endlich schöner werden. Am Donnerstagabend stellten die Stadt und das Ingenieurbüro Lindschulte und Kloppe Pläne für die Umgestaltung der Altstadtachse zwischen Grabbe- und Burgplatz im Rathaus öffentlich vor. Im Kern soll die Mühlenstraße so weit wie möglich vom Autoverkehr befreit werden, um mit breiteren Bürgersteigen, neuer Außengastronomie und öffentlichen Sitzflächen in Form hölzerner „public parklets“ mehr Aufenthaltsqualität zu bekommen.

Seit über 15 Jahren kursieren nun schon kleine und große Pläne für die Mühlenstraße. Zuletzt hatte der damalige OB Dirk Elbers 2010 vorgeschlagen, die Autos hier weitgehend zu verbannen. Jetzt, lange nach dem Umbau des Stadthauses und kurz vor der Vollendung des Andreas-Quartiers auf dem früheren Gerichtsgrundstück, soll es nun endlich vorangehen.

Möglichst kurzfristig sollen neben den „parklets“ zum Verweilen testweise vor allem die Parkplätze an der Mühlenstraße zwischen Liefergasse und Burgplatz wegfallen. Zudem soll das Schild „Durchfahrt verboten“ mit dem Zusatz „Lieferverkehr frei“ unbefugte Autofahrer abhalten. Dies dürfte ein Knackpunkt in der weiteren Diskussion werden, denn wirklich autofrei ist die Mühlenstraße nicht zu machen – nicht nur wegen des Anlieferverkehrs für die Gastronomie, sondern auch, weil am Burgplatz der Taxiplatz aus guten Gründen bleiben soll. Und weil man nur über die Mühlenstraße mit dem Auto auf den Parkplatz des Rathauses gelangt.

Altstadtwirte fordern eine Haltespur für Taxis

Auch die insgesamt 34 Parkplätze zwischen Liefergasse und Burgplatz können nicht komplett abgeschafft werden, ein paar Behindertenparkplätze müssen mindestens verfügbar bleiben. Dennoch, Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner (SPD) freut sich: „Ich finde es prima, wenn die Parkplätze wegfallen, weil damit ja insbesondere der überflüssige Parksuchverkehr entfällt“, sagt sie. Ortsfremde hätte hier ohnehin nie einen Parkplatz gefunden, ihre Rumfahrerei aber den Anwohnern viel Lärm beschert. Spillner hofft zudem auf mehr Grün für die „etwas schmuddelige Mühlenstraße“: „Dann gäbe es eine Flanierachse vom Hofgarten bis zum Rhein.“ Auch Isa Fiedler, Sprecherin der Altstadtwirte sagt: „Der ganze unsinnige Verkehr, auch die dröhnend lauten Angeberwagen, müssen da endlich raus.“ Ihr und den Wirten ist aber sehr wichtig, dass der Taxiplatz nicht nur am Burgplatz bleibt, sondern, so Fiedler am Donnerstagabend im Rathaus, „wir fordern auch eine Haltespur für Taxis auf der Mühlenstraße, die etwa an Wochenendabenden auf den Burgplatz wollen“. Derzeit blockierten die Taxis oft die Fahrbahn.

CDU-Verkehrsexperte Andreas Hartnigk begrüßt die Pläne im Grundsatz, warnt aber vor zu großen Zufahrtsbeschränkungen: „Eine Schranke etwa geht gar nicht, wenn pausenlos Taxis durch die Mühlenstraße müssen“, sagt er. Auch Stiftsplatz und Liefergasse dürften nicht von der Mühlenstraße „abgeknipst werden“.

Bereits im Jahr 2014 hatte die Ampel-Koalition festgelegt, dass Anlieger, Bürger und betroffene Gruppen rechtzeitig bei der Umgestaltung der Mühlenstraße beteiligt werden. Ihre Anregungen sollen – wenn möglich – in den weiteren Prozess eingearbeitet werden. Erst dann entscheiden Bezirksvertretung und Stadtrat.

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