Designerin Anja Gockel zeigte lange die letzte eigenständige Designer-Show auf der CPD. Jetzt wird sie untreu – und geht nach Berlin.

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Anja Gockel in bester Laune – ebenfalls auf der Fashion Week in der Hauptstadt. Wenn sie gesehen will, glaubt sie, muss sie dorthin. (Fotos (2): dpa)

Anja Gockel in bester Laune – ebenfalls auf der Fashion Week in der Hauptstadt. Wenn sie gesehen will, glaubt sie, muss sie dorthin. (Fotos (2): dpa)

Bei der letzten Berliner Fashion Week lief Sara Nuru, Gewinnerin von Germany’s next Topmodel, exklusiv für Anja Gockel. Diesmal wird es Alek Wek sein.

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Anja Gockel in bester Laune – ebenfalls auf der Fashion Week in der Hauptstadt. Wenn sie gesehen will, glaubt sie, muss sie dorthin. (Fotos (2): dpa)

Düsseldorf. Schon in den vergangenen Jahren nahm sich Anja Gockels Name im CPD-Showkalender etwas einsam aus. Zwischen den breit gefächerten Multi-Marken-Trendschauen für Wäsche, Damenmode und Übergrößen bot die Mainzerin das letzte eigenständige Designer-Defilee der Düsseldorfer Modemesse. Jetzt kehrt auch sie dem Rhein den Rücken - zumindest, was ihre großen Shows angeht. Die werden künftig nur noch in Berlin stattfinden.

Am 21. Januar läuft bei der Fashion Week in der Hauptstadt das sudanesische Supermodel Alek Wek für Anja Gockel über den Laufsteg am Bebelplatz. Während der CPD vom 7. bis 9. Februar hingegen wird die Designerin, die unter anderen Gwyneth Paltrow, Nadja Auermann und die Königin von Schweden anzieht, hübsch in ihrem Showroom an der Kaiserswerther Straße bleiben.

Internationale Modepresse schaut auf Berlin - nicht auf Düsseldorf

"Berlin ist zurzeit einfach internationaler", findet Anja Gockel. Große Shows auf zwei Messen, das sei allmählich ein zu großer Aufwand für ihr kleines Unternehmen. Sie habe sich entscheiden müssen. Und da fiel die Wahl eben auf Berlin.

"Die Show mache ich für die Presse", sagt Gockel. "Und in Berlin sitzen die Chefredakteure aller großen Zeitungen sowie der internationalen Modepresse am Catwalk. Davor kann ich meine Augen nicht verschließen." Zumindest nicht, wenn sie mit ihrer Kollektion gesehen werden will.

Den Abgesang auf die Modestadt Düsseldorf, der in den vergangenen Jahren immer wieder angestimmt wurde, will Anja Gockel aber nicht unterstützen. "Für den Verkauf ist Düsseldorf wichtig. Denn es stimmt: In Berlin wird noch nicht gekauft", sagt sie - fügt aber hinzu: "Möglich, dass sich das jetzt ändert."

Vom 7. bis 9. Februar werden auf der Modemesse rund 1.000 Kollektionen für den kommenden Winter vorgestellt. Parallel soll es in der ganzen Stadt kreative Events geben, damit nicht nur das Fachpublikum die Modestadt erlebt.

Das Interconti-Hotel an der Kö ist offizielles Messehotel. Jeden Abend wird die Hotelbar zum "CPD Club", es gibt einen eigenen TV-Kanal zur Modemesse und einen Vip-Shuttle. Auf der Messe ist das Hotel mit einer eigenen Lounge vertreten.

Bisher gelte für sie: "Ich werfe in Berlin meine Netze aus, um in Düsseldorf dann den Fang zu machen." Sprich: Werde gesehen auf der Fashion Week und locke so den Kunden in den Düsseldorfer Showroom. "Ich denke, es muss beides nebeneinander existieren", sagt die Designerin.

Die Modemesse indes hat wenig vom dicken Fang in den Düsseldorfer Showrooms. Und mit der besonders treuen Anja Gockel verschwindet ein Traditionsname von der ohnehin ausgedünnten Liste der Schauen. "Aber zu verkraften ist es", versichert Thomas Kötter, Sprecher der Messe-Organisatorin Igedo.

"Wir haben dadurch keine Lücke." In der Designer-Pool-Show zeigten vier russische Designer ihre Kollektionen, und auch der Wettbewerb "Design am Rhein" garantiere frischen Modewind in den Messehallen. Kötter: "Ich versichere Ihnen: Wir werden eine schöne Messe machen."

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