30 Frauen mit Kleidergröße 42 und mehr kamen am Freitag in die XL-Boutique Ulla Popken, um Model zu werden. Samstag geht’s weiter.

Bitte lächeln: XL-Model Anja Morenz machte beim Popken-Casting eine gute Figur vor der Kamera.
Bitte lächeln: XL-Model Anja Morenz machte beim Popken-Casting eine gute Figur vor der Kamera.

Bitte lächeln: XL-Model Anja Morenz machte beim Popken-Casting eine gute Figur vor der Kamera.

Bernd Schaller

Bitte lächeln: XL-Model Anja Morenz machte beim Popken-Casting eine gute Figur vor der Kamera.

Düsseldorf. Keine 24 Stunden ist es her, dass Heidi Klum die exotische Sara in der Fernsehsendung "Germany’s next Topmodel" gekürt hat, da geht die Suche nach neuen Schönheiten weiter - und zwar in Düsseldorf. Der Unterschied zu Klums Casting: Diesmal sind Laufstegwunder jenseits von Konfektionsgröße 34 gefragt.

In der Boutique Ulla Popken für XL-Kleidung warten 30 kurvige Frauen darauf, vor der Kamera zu posieren. Das Mode-Label braucht ein neues Gesicht für seinen Sommer-Katalog und lädt Frauen ab Kleidergröße 42 zum Foto-Shooting ein.

"Ich fühle mich wohl in meinem Körper."

Anja Morenz, XL-Model

Zwischen den Kleiderregalen sind Schminktische aufgebaut. Dutzende Frauen lassen sich von den Visagistinnen mit Puder und Rouge bepinseln oder zupfen vorm Spiegel ihr Outfit zurecht. Anja Morenz steht vor einer weißen Leinwand und versucht, die Anweisungen von Fotograf Stephan Tournee zu befolgen.

"Den Kopf leicht zur Seite. Ja! Und lächeln", ruft er. Klick klick - dann ist auch schon alles vorbei. "Es macht Spaß, vor der Kamera zu stehen, aber ich bin immer wieder aufgeregt", gibt die 39-Jährige zu und atmet tief durch.

Dabei ist Morenz ein "alter Hase" im Mode-Geschäft: Sie hat schon einige Aufträge als XL-Model gehabt. "Ich fühl mich wohl in meinem Körper, trotz ein paar Pfunden zuviel", sagt die brünette Meerbuscherin mit Konfektionsgröße 48/ 50 selbstbewusst. Früher sei das anders gewesen. Doch dann lernte sie, ihre üppige Figur zu lieben. "Es ist viel wichtiger, eine freundliche, positive Ausstrahlung zu haben als Top-Maße", sagt sie.

Mollig - das sei ohnehin Ansichtssache. "Manchen ist eine Frau mit Kleidergröße 38 schon zu dick. Ich habe nie schlechte Erfahrungen gemacht, bin nicht wegen meines Gewichts gehänselt worden, und viele Männer wollen gar keine dünne Bohnenstange", erzählt sie. Mit Klums dünnen Models habe sie aber kein Problem. "Ich habe immer mitgefiebert", erzählt sie.

Mollig-Mode gibt’s immer häufiger zu kaufen

Auch Barbara Berg (27, Konfektionsgröße 48/ 52) ist trotz überflüssiger Kilos zufrieden mit ihrer Figur. "Man kann sich auch als Mollige schön anziehen und gut aussehen, schließlich gibt’s immer mehr XL-Mode in Kaufhäusern oder Läden", sagt sie. Und auch die sei stylisch, modern und farbenfroh.

"Ich habe leider kein Foto für dich" - diesen Klum-Satz mussten die Popken-Kandidatinnen nicht hören. Denn jede konnte ihr schönstes Bild mit nach Hause nehmen. Die Siegerin wird erst Mitte Juni von Popken-Kundinnen per Internet-Voting gekürt.

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