Kaum einer kennt die junge Düsseldorfer Modeszene. Mit einer mobilen Modenschau soll das geändert werden.

Professionell präsentieren die Amateur-Models die Kleider von Düsseldorfer Designern an 20 Stationen in der Stadt, wie hier am Flughafen. Mit dem Konzept wollen noch nicht etablierte Designer auf sich aufmerksam machen.
Professionell präsentieren die Amateur-Models die Kleider von Düsseldorfer Designern an 20 Stationen in der Stadt, wie hier am Flughafen. Mit dem Konzept wollen noch nicht etablierte Designer auf sich aufmerksam machen.

Professionell präsentieren die Amateur-Models die Kleider von Düsseldorfer Designern an 20 Stationen in der Stadt, wie hier am Flughafen. Mit dem Konzept wollen noch nicht etablierte Designer auf sich aufmerksam machen.

Stefan Arend

Professionell präsentieren die Amateur-Models die Kleider von Düsseldorfer Designern an 20 Stationen in der Stadt, wie hier am Flughafen. Mit dem Konzept wollen noch nicht etablierte Designer auf sich aufmerksam machen.

Düsseldorf. Düsseldorf hat die Königsallee: Edel, prachtvoll, aber auch ein wenig spießig. Sie transportiert das Bild vom Düsseldorfer Stil seit Jahren bis weit über die Landesgrenzen hinaus in die Welt. Junge Kreative aus der Stadt rütteln nun unter anderem mit der Initiative "Voices of Fashion" kräftig an diesem steifen Image und zeigen, was wirklich die Düsseldorfer Mode ausmacht, beeinflusst und vorantreibt.

"Das passt schon."

Fransiska Bolte auf die Fragen, ob sie Angst davor hat, dass die Amateur-Models den Auftritt in ihren Kleidern verpatzen könnten.

Auf dem kleinen Beistelltischchen steht eine halbleere Sektflasche, drum herum vier junge Mädchen. Ihre Mimik verrät eine Mischung aus Anspannung, Nervosität und Langeweile. So richtig wissen sie nicht, worüber sie sich miteinander unterhalten könnten, schweigen die meiste Zeit.

Aileen Glass (17) guckt noch einmal in den Spiegel, tupft leicht an ihrem Make-Up unter den Augen herum, betrachtet skeptisch das Resultat und stellt sich wieder zu den anderen Mädchen. Zwischendurch rauscht Designerin Franziska Bolte zu ihnen: "Ist alles in Ordnung, braucht ihr was?" Dann zupft sie mit den Worten "Ich mach mich jetzt mal an dich ran" am Kragen von Aileens Outfit oder steckt noch schnell eine Brosche an ein anderes Outfit.

Boltes Laden an der Tonhallenstraße ist einer der Ausgangspunkte für die Mobile Modenschau der Initiative "Voices of Fashion". 40 Amateur-Models zeigen am Samstag bei vielen kleinen Shows in der Stadt (knapp 20 Stationen) Mode und Schmuck von Düsseldorfer Designern.

Für Boltes Label "Bittersüß" sind fünf Models mit dabei. Neben den vier Mädchen ist der seelenruhige Paul (18) als einziger Junge mit von der Partie. Angst davor, dass die unprofessionellen Models ihre Kleider nicht richtig präsentieren, hat Franziska Bolte nicht. "Das passt schon", sagt sie lässig. "Hauptsache die Models fühlen sich wohl." Dabei sollen auch die eigenen Schuhe der Mädchen helfen. "Damit sind sie sicherer."

Der Flughafen ist die erste große Location der mobilen Show

Die Marketing-Profis Philipp Maiburg und Bernd Bücker haben das Konzept entwickelt. Finanzielle Unterstützung erhalten sie von der Wirtschaftsförderung der Stadt.

Der Modestandort Düsseldorf soll mit Hilfe der jungen Kreativszene wiederbelebt werden.

Hektisch delegieren der Mit-Organisator der Show, Bernd Bücker, und seine Kollegen die Models. "Alles klar bei euch? In zehn Minuten kommt der Bus, dann fahren wir nach Derendorf", lautet die Anweisung, nachdem die Kleider sitzen und die Haare der Models gegelt, geglättet und gelockt sind.

Nur zweieinhalb Monate lang hatten Bücker und sein Team Zeit, die spontan aussehende Modenschau zu organisieren. Nachtschichten sind da unausweichlich gewesen.

Kurz vor 16 Uhr. Pünktlich rauscht die Kolonne aus weißen und schwarzen Kleinbussen heran und hält vorm Eingang zum Terminal. Zitternd und in dicke Daunenmäntel gehüllt stehen die Models da. Per Megaphon gibt Bücker Anweisungen zur Choreographie. Dann geht es los: In einer Reihe laufen die Mädchen und wenigen Jungs durch das Terminal und ernten irritierte Blicke von den Fluggästen.

"Was ist denn jetzt los?", raunt eine Frau ihrer Freundin neben sich zu. Ebenso schnell, wie die Mädchen in ihren schicken Outfits gekommen sind, verschwinden sie wieder, hasten in die Busse. Nächste Station ist Flingern und an der Kreuzung von Acker- und Beethovenstraße wiederholt sich das Szenario vom Flughafen nicht zum letzten Mal. Schluss ist erst um Mitternacht mit der letzten Show im 3001.

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