Alles andere als lustig ging es hinter den närrischen Kulissen zu. Über Monate wurde eine Kampagne gegen das Prinzenpaar gefahren.

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Nach außen – wie hier beim Rosenmontagszug – ließen sich Dirk und Janine nichts anmerken.

Nach außen – wie hier beim Rosenmontagszug – ließen sich Dirk und Janine nichts anmerken.

Judith Michaelis

Nach außen – wie hier beim Rosenmontagszug – ließen sich Dirk und Janine nichts anmerken.

Düsseldorf. Für Janine Schmidt war am Montag ein besonderer Tag. Um punkt 10.10 Uhr wurde die amtierende Venetia von ihrem Ehemann Ralf geschieden. Wie gesetzlich vorgeschrieben nach einem Jahr Trennung. "Ich bin froh, dass es vorbei ist", war die Prinzessin erleichtert. Sie hofft, dass damit auch ein Schlussstrich unter die Kampagne gezogen ist, die das Prinzenpaar während der gesamten Session begleitet hat.

Die begann schon unmittelbar nach der Kürung. Unter dem Namen des Prinzen legte sich ein Unbekannter eine E-Mail-Adresse bei einem großen Internet-Anbieter zu und begann damit, "Neues vom Prinzenpaar" übers Netz zu verbreiten. Darin hieß es unter anderem, dass sich Janine für den Prinzen von ihrem Ehemann getrennt hätte. "Was definitiv nicht stimmt, sonst hätten wir jetzt nicht den Scheidungstermin gehabt", sagt die Venetia.

Über Monate wurden Gerüchte gestreut, das Prinzenpaar sei auch im wirklichen Leben ein Paar. Was beide bis heute bestreiten. Mehrfach mussten Dirk und Janine bei Engelbert Oxenfort, dem Präsidenten des Carnevals Comitees, versichern, dass sie wirklich nur gute Freunde seien. Oxenfort: "Ich habe immer gesagt, wir haben ein tolles Prinzenpaar." Für eine offizielle Stellungnahme sei es zu spät gewesen.

Fotoserie mit Bützchen - wie bei anderen Prinzenpaaren auch

Eine unrühmliche Rolle spielte auch Ehemann Ralf. Der erschien mit neuer weiblicher Begleitung zum Beispiel bei der Altweiber-Party der Prinzengarde Rot-Weiss, gab sich aber immer noch als leidender Verflossener.

Am Freitag vor Karneval ging die Kampagne in die nächste Runde. Ebenfalls anonym wurden angeblich kompromittierende Fotos verschickt, die Janine und Dirk bei verschiedenen Veranstaltungen zeigten. Mal gab’s ein Bützchen, mal nahmen sich die beiden in den Arm. Es waren aber durchweg Schnappschüsse, wie es sie von etlichen anderen Prinzenpaaren auch gibt.

Dirk Kemmer bleibt dem Karneval als zweiter Vorsitzender der Prinzengarde Rot-Weiss erhalten. Wenn im Sommer die Vorstandswahlen stattfinden, gilt er als aussichtsreicher Kandidat für das Amt des Präsidenten. Das wurde nach dem Rücktritt von Peter König nicht neu besetzt. Allerdings hat inzwischen der Rot-Weiss-Vorsitzende Michael Kux Interesse an dem Amt gezeigt.

Janine Schmidt bleibt den Narren als Präsidentin des Traditionsvereins "Düsseldorfer Originale" erhalten.

Wer Interesse hatte, dem Prinzenpaar das Leben schwer zu machen, wissen Dirk und Janine bis heute nicht. Vergeblich hat der Prinz versucht, über einen Rechtsanwalt herauszufinden, wer unter seinem Namen die E-Mails verschickt hat.

Bei der Venetia hatte es in ihrem Verein, den Düsseldorfer Originalen, vor der Session mächtig gekracht. Einige Mitglieder traten im Streit aus und hatten angekündigt, dass man die Sache nicht auf sich beruhen lassen werde. So trifft sich bei Dirk Hoffmann im Altstadt-Lokal "Bender’s Marie" eine Runde, die sich "Die wa(h)ren Originale" nennt. Dass die anonymen Querschüsse von dem Stammtisch kamen, kann Janine nur vermuten.

Für den Prinzen hat die Angelegenheit allerdings Folgen. Ehefrau Susanne hat sich eine "Denkpause" genommen und ist erst einmal ausgezogen.

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